Ein neuer Trend: VC‑Geld im Profisport

Während traditionelle Geldgeber wie Private‑Equity‑Firmen und einzelne Tech‑Milliardäre seit Jahren in die Welt des Profisports investieren, setzen nun Venture‑Capital‑Gesellschaften auf ein völlig anderes Modell. Das neueste Beispiel dafür ist der New‑York‑Investor Collaborative Fund, der gemeinsam mit seinem Partner einen Anteil an der MLS‑Franchise D.C. United sowie am zugehörigen Stadion Audi Field erworben hat.

Wie unterscheidet sich Collaborative von den Vorreitern?

Joshua Kushners Thrive Capital hat bereits mit dem eigens dafür geschaffenen Fahrzeug Thrive Eternal in ikonische Teams wie die San‑Francisco Giants und die Los‑Angeles Lakers investiert. Das Konzept beruht auf einem langfristigen, eigenständigen Kapitalpool, der ausschließlich für den Besitz von „Kult‑Franchises“ gedacht ist. Im Gegensatz dazu nutzt Collaborative Fund das gleiche Early‑Stage‑Fund, mit dem es Seed‑ und Series‑A‑Investitionen tätigt, um das D.C. United‑Deal zu finanzieren. Für Craig Shapiro, den Gründer von Collaborative, ist das Team weniger ein Wertpapier, sondern ein „ultimatives Konsumprodukt“, das als Plattform für die eigenen Portfolio‑Start‑ups dienen kann.

Strategische Spielzüge rund um das Stadion

Der Fokus liegt nicht nur auf dem Fußballclub, sondern vor allem auf dem Audi Field. Shapiro sieht das Stadion als lebendiges Schaufenster für Marken wie Whoop, das Wearables für Fans bereitstellen könnte, oder Olipop, das als gesunde Erfrischungsoption im Spielbetrieb angeboten wird. Durch solche Synergien will Collaborative ein Ökosystem schaffen, in dem Technologie‑ und Lifestyle‑Unternehmen direkt mit den Fans interagieren – ein Ansatz, den traditionelle Eigentümer bislang kaum verfolgt haben.

Warum gerade jetzt?

Der US‑Fußball erlebt einen Aufschwung: Die bevorstehende WM, die Olympischen Spiele in Los Angeles und ein starkes Wachstum bei Jugendteilnahmen schaffen ein günstiges Umfeld. Zudem besitzt D.C. United ein historisches Erbe als Gründungsmitglied der MLS, ein etabliertes Fan‑Base und ein geplantes Expansionspotenzial im Baltimore‑Raum. All das macht das Investment für einen VC‑Investor besonders attraktiv, weil es nicht nur ein finanzielles Asset, sondern auch ein kulturelles und soziales Bindeglied darstellt.

Ein Blick in die Zukunft

Wenn Collaborative Fund mit D.C. United Erfolg hat, könnte das Modell schnell auf andere Sportarten übergreifen. Die Idee, ein Stadion zu einem Test‑ und Showroom für Portfoliounternehmen zu machen, eröffnet völlig neue Einnahmequellen und stärkt gleichzeitig die Markenbindung. Gleichzeitig könnte das Vorgehen andere VC‑Fonds inspirieren, ihre Investment‑Strategien zu diversifizieren und über reine Technologie‑Start‑ups hinauszugehen.

Der Vergleich zwischen Thrive Capital und Collaborative Fund zeigt, dass es nicht mehr nur um den reinen Erwerb von Sport‑Assets geht, sondern um die Schaffung von Mehrwert‑Plattformen, die sowohl Investoren als auch Fans profitieren lassen.

Source: https://techcrunch.com/2026/09/10/thrive-capital-showed-vcs-the-way-into-pro-sports-ownership-collaborative-fund-is-now-trying-its-own-version-of-the-same-play/

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