Starship Testflug 14 – ein historischer Meilenstein

Am 28. September 2024 hebt SpaceX vom Starbase‑Komplex in Süd‑Texas ab und versucht, das bislang größte Raketensystem in eine dauerhafte Erdumlaufbahn zu befördern. Der Start, der um 14:15 Uhr niederländischer Zeit geplant ist, markiert den Übergang von rein suborbitalen Testflügen zu einer vollwertigen orbitalen Mission. Dabei trägt die Raumkapsel 26 brandneue Starlink‑V3‑Satelliten, die das globale Breitbandnetz erheblich ausbauen sollen.

Aufbau und Vorbereitung

Die Montage der Rakete ist bereits seit Anfang September abgeschlossen. Booster 21 und Ship 41 stehen seit dem 20. September auf Pad 2, nachdem die Super‑Heavy‑Stufe per Lkw zum Startgelände transportiert wurde. In der darauffolgenden Nacht wurde die Oberstufe aus der Fertigungsanlage in das Launch‑Tower‑System gehoben – die sogenannten „Chopsticks“ – und erreichte damit eine Gesamthöhe von rund 124 Meter.

Eine sogenannte „wet dress rehearsal“ wurde am Donnerstag erfolgreich durchgeführt. Dabei wurde das gesamte Fahrzeug bis zum Betankungsgrad gefüllt und das Countdown‑Verfahren bis zum letzten Schritt simuliert, ohne die Triebwerke zu zünden. SpaceX bestätigte den Abschluss dieses Probelaufs auf seiner Social‑Media‑Plattform X, was einen entscheidenden Schritt im Ablaufplan darstellt.

Regulatorische Hürden

Trotz aller technischer Vorbereitungen wartet SpaceX noch auf die endgültige Genehmigung der US‑Luftfahrtbehörde FAA. Das Unternehmen betont, dass das Startfenster flexibel bleibt und sich bei Verzögerungen in der Lizenzvergabe verschieben kann. Diese Unsicherheit ist ein wiederkehrendes Thema bei ambitionierten Raumfahrtprojekten.

Von suborbital zu orbital

Die ersten dreizehn Testflüge von Starship erreichten lediglich die Kármán‑Linie, also die Grenze von 100 km, kehrten jedoch sofort zur Erde zurück. Flight 14 soll hingegen etwa 275 km Höhe erreichen und dort sechs vollständige Erdumrundungen absolvieren. Die gesamte Missionsdauer wird auf rund zehn Stunden geschätzt – ein deutlicher Unterschied zu den einstündigen Vorläufern.

Nach der Trennung von der Booster‑Stufe führt die Oberstufe eine Rückkehrmanöver mit einer einzigen Raptor‑Triebwerkseinheit durch, bevor sie im Pazifik westlich von Chile im Ozean landet. Der Booster selbst vollführt nach seiner Trennung einen Boost‑Back‑Flug und setzt im Golf von Mexiko auf.

Starlink V3 – die Nutzlast

Zum ersten Mal transportiert Starship eine operative Nutzlast: 26 Starlink‑V3‑Satelliten. Jeder dieser Satelliten kann ein Terabit pro Sekunde an Datenkapazität bereitstellen – das entspricht dem Zehnfachen einer Falcon‑9‑Mission mit den kleineren V2‑Mini‑Satelliten. Drei der Satelliten sind mit Kameras ausgestattet, um das Hitzeschild der Rakete während des Wiedereintritts zu inspizieren.

Zusätzlich werden neue Hitzeschutzkacheln getestet, darunter ein gebogenes Fliesen‑Design und verbesserte Befestigungsmechanismen. Zwei der Kacheln wurden bereits bei einem früheren Flug (Ship 40) eingesetzt und kommen nun erneut zum Einsatz, um die Wiederverwendbarkeit zu demonstrieren.

Lehren aus Flight 13

Die Booster‑Stufe für Flight 14 erhielt nach dem vorherigen Test Flug mehrere Modifikationen. Während Flight 13 kam es zu Eisbildung in den Treibstoffleitungen, was die Rückkehrmanöver frühzeitig beendete. SpaceX hat daraufhin die Filteranlagen überarbeitet und die Software für die Triebwerkszündung optimiert, um die Zuverlässigkeit zu erhöhen.

Insgesamt verspricht dieser Flug, nicht nur die Leistungsfähigkeit von Starship zu bestätigen, sondern auch entscheidende Daten für zukünftige Mond‑ und Marsmissionen zu liefern.

Source: https://scientias.nl/starship-test-14-ahead/

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