Auszeichnung für die Stalkerware‑Recherche

Die investigative Arbeit von Chris Köver und Martin Schwarzbeck wurde mit einem Sonderpreis beim Datenschutz Medienpreis (DAME) geehrt. Die Journalisten analysierten umfangreiche Datensätze aus dem Kundensupport der Überwachungs‑App mSpy, die durch ein Leak öffentlich zugänglich wurden. Ihre Recherche deckt auf, wie die Software, die offiziell zur Kinderüberwachung vermarktet wird, von Partner*innen und Ex‑Partner*innen missbraucht wird, um das private Umfeld zu kontrollieren.

Wie die mSpy‑Leaks das Ausmaß der Überwachung offenbaren

Durch die Auswertung der Support‑Kommunikation wird deutlich, dass die Anbieter‑Mitarbeiter*innen aktiv Tipps geben, wie man die App für illegale Zwecke einsetzt. Sie erklären, welche Funktionen genutzt werden können, um Standort, Nachrichten und Anruflisten zu verfolgen. Diese Hilfestellungen zeigen, dass das Unternehmen nicht nur ein passiver Anbieter ist, sondern aktiv zur Durchführung von Stalking‑Handlungen beiträgt.

Warum Datenschutz im Familienkreis beginnen muss

Die Jury des DAME‑Preises betonte, dass der Schutz persönlicher Daten bereits im engsten sozialen Umfeld beginnen sollte. Die Untersuchung macht klar, dass Überwachung nicht nur von staatlichen Akteuren ausgeht, sondern häufig von Menschen im privaten Kreis. Das führt zu einer neuen Form von Partnerschafts‑Gewalt, bei der digitale Werkzeuge das Machtgefälle verschärfen.

Reaktionen und weitere Auszeichnungen

Der Sonderpreis von 1.500 Euro wurde vom Deutschen Spendenrat ausgelobt. Neben dem Stalkerware‑Beitrag erhielt der Hauptpreis das KI‑Podcast‑Team um Fritz Espenlaub, Marie Kilg und Gregor Schmalzried für die Folge „Wie sicher sind meine KI‑Chats“. Der zweite Preis ging an die SWR‑Dokumentation „Achtung Fälscher! Auf der Spur von Ausweis‑Betrügern“, während ein Jugendpreis an drei Schüler*innen für das Video „Cookies“ verliehen wurde.

Fortsetzung der Berichterstattung

Der Artikel „Vom Partner verwanzt“ ist Teil einer fortlaufenden Serie von netzpolitik.org, die die Gefahren von Stalkerware beleuchtet. Im Februar 2026 veröffentlichten die Autor*innen erstmals, wie mSpy in Deutschland als Mittel der Partnerschafts‑Gewalt eingesetzt wurde und welche rechtlichen Konsequenzen sich daraus ergeben. Die Redaktion dankt der Jury für die Anerkennung und allen Spender*innen, die solche tiefgehenden Recherchen ermöglichen.

Die Arbeit verdeutlicht, dass digitale Überwachung nicht nur ein technisches Problem ist, sondern ein gesellschaftliches, das Grundrechte bedroht. Durch Aufklärung und juristische Schritte soll ein klares Signal gesetzt werden: Illegale Spionage‑Apps haben keinen Platz in einer freien Demokratie.

Source: https://netzpolitik.org/2026/datenschutz-medienpreis-auszeichnung-fuer-unsere-stalkerware-recherche/

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