Einleitung
Nach einer spektakulären Fehlfunktion im Mai hat die US-Luftfahrtbehörde FAA SpaceX grünes Licht für einen weiteren Testflug des dritten Starship‑Prototyps (V3) erteilt. Der bevorstehende Start, der bereits für den 16. Juli geplant ist, soll nicht nur die technische Zuverlässigkeit des Super‑Heavy‑Boosters demonstrieren, sondern auch die ersten dritten‑Generation‑Starlink‑Satelliten in den Orbit bringen.
Genehmigung durch die FAA
Die Federal Aviation Administration bestätigte am Montag, dass die wahrscheinlichsten Ursachen für das Scheitern des Boosters in thermischen Effekten auf die Triebwerkskomponenten während des Aufstiegs sowie fehlerhaften Alarm‑Einstellungen lagen. Nachdem SpaceX die genannten Schwachstellen adressiert hat, wurde die Flugfreigabe erteilt. Diese Entscheidung ist besonders bedeutsam, weil sie den ersten öffentlichen Testflug seit dem Börsengang des Unternehmens markiert.
Ursachen der Fehlfunktion
SpaceX erklärte, dass leichte Abweichungen im Startsequenz‑Timing der Triebwerke dazu führten, dass der Booster beim Trennen um 90 Grad in die falsche Richtung drehte. Durch eine überarbeitete Motor‑Start‑Logik soll das Fahrzeug künftig zuverlässig die gewünschte Drehung vollziehen und die Zündung nach der Trennung stabilisieren.
Technische Anpassungen
Zusätzlich zu den Software‑Updates wurden physische Modifikationen am Booster vorgenommen, um die Wiederzünd‑Reliabilität zu erhöhen. Das Alarmsystem und die Abort‑Protokolle wurden neu kalibriert, um Fehlalarme zu minimieren. Auf der Oberstufe des Starship wurden mehrere Hardware‑Änderungen implementiert, um den Verlust eines Raptor‑Triebwerks im Vakuum zu verhindern – ein Problem, das beim letzten Flug beobachtet wurde.
Der nächste Testflug
Der anstehende Start wird die ersten V3‑Starlink‑Satelliten transportieren, die mit Hochleistungslasern mit dem bestehenden Netzwerk verknüpft werden sollen. Geplant sind 20 neue Satelliten, von denen sechs mit Kameras ausgestattet sind, um Aufnahmen von der Außenhülle des Starship zu liefern. Nach dem Aussetzen in den Orbit sollen die Satelliten etwa 20 Minuten später in der Atmosphäre verglühen.
Bedeutung für das Geschäftsmodell
Starlink bleibt das profitabelste Standbein von SpaceX und liefert die finanziellen Mittel, die für die Weiterentwicklung des vollständig wiederverwendbaren Starship‑Systems nötig sind. Ohne ein zuverlässiges, kostengünstiges Trägersystem könnten ambitionierte Projekte wie weltraumgestützte Datenzentren oder interplanetare Missionen nicht realisiert werden.
Ausblick
Der bevorstehende Flug wird ein entscheidender Meilenstein für die Unternehmensstrategie sein. Ein erfolgreicher Start und eine sichere Rückkehr des Boosters würden das Vertrauen in die „Fly‑Fail‑Fix“-Philosophie stärken und potenzielle Investoren sowie Kunden von der langfristigen Vision überzeugen. Sollte der Test erneut scheitern, müsste SpaceX weitere Anpassungen vornehmen, bevor es zu einer regulären Nutzlastmission übergeht.
Source: https://techcrunch.com/2026/07/13/spacex-cleared-to-fly-starship-again-after-booster-failure-in-may/