Ältere Smartphones aus der E‑Gesundheitsversorgung ausgeschlossen

Ab dem 1. Juli dürfen Besitzer:innen von Geräten, die höchstens Android 13 unterstützen, nicht mehr an den digitalen Gesundheitsservices teilnehmen. Das betrifft nicht nur das E‑Rezept, sondern auch die elektronische Patientenakte (ePA). Wer ein älteres Handy nutzt, verliert damit den Zugang zu wichtigen medizinischen Informationen und kann Rezepte nicht mehr elektronisch einlösen. Die Entscheidung wurde im Zuge verschärfter Sicherheitsanforderungen getroffen – alte Betriebssysteme gelten als anfälliger für Angriffe und bieten nicht die nötigen Schutzmechanismen. Nutzer:innen stehen nun vor dem Dilemma, ein neues Smartphone anzuschaffen oder auf digitale Gesundheitsangebote zu verzichten, was gerade für Menschen mit begrenztem Budget problematisch ist.

Regierung gegenzivilgesellschaftliche Organisationen – Amnesty kritisiert

Parallel zur Debatte um die Gesundheitsapps geht die Bundesregierung gegen verschiedene zivilgesellschaftliche Initiativen vor. Gelder werden gestrichen, und der Verfassungsschutz prüft die Tätigkeit von NGOs, die sich für digitale Grundrechte einsetzen. Der aktuelle Menschenrechtsbericht von Amnesty International wirft ein Schlaglicht auf diese Vorgehensweise und bezeichnet sie als ernsthafte Einschränkung der Freiheit. Die Analyse listet zudem den wachsenden Überwachungsapparat in Deutschland auf und fordert ein deutliches Gegensteuern, um die Bürgerrechte zu wahren.

Meta „Smart Glasses“: Datenschutzskandal für kenianische Datenarbeiter:innen

Ein weiterer Skandal erschüttert die Tech‑Branche: Metas sogenannte „Smart Glasses“ sollen die Privatsphäre der Nutzer:innen schützen, doch in der Praxis wurden sensible Aufnahmen an Datenarbeiter:innen in Kenia weitergeleitet. Dort wurden intime Bild- und Videomaterialien zur Bewertung verarbeitet – ein Eingriff, der sowohl ethische als auch rechtliche Bedenken aufwirft. Die Betroffenen sehen sich nun mit traumatisierenden Inhalten konfrontiert, während Meta für den Missbrauch seiner Technologie kritisiert wird. Der Vorfall verdeutlicht, wie schnell innovative Produkte zu Werkzeugen der Ausbeutung werden können, wenn klare Richtlinien und Kontrollen fehlen.

Wero: Europäische Zahlungsalternative mit Amazon‑Cloud‑Bedrohung

Wero positioniert sich als europäische Gegenkraft zu US‑Bezahldiensten und verspricht mehr digitale Unabhängigkeit. Dennoch setzt das Unternehmen bei seiner Infrastruktur auf die Cloud‑Plattform von Amazon‑Tochter AWS. Experten sehen darin ein potenzielles Sicherheitsrisiko, weil sensible Zahlungsdaten in einem Netzwerk gespeichert werden, das primär den US‑Gesetzen unterliegt. Kritiker argumentieren, dass der Anspruch auf europäische Souveränität untergraben wird, wenn die eigentliche Datenhaltung außerhalb des Kontinents erfolgt. Der Widerspruch zwischen dem erklärten Ziel und der praktischen Umsetzung wirft Fragen nach der langfristigen Stabilität und Vertrauenswürdigkeit des Services auf.

Source: https://netzpolitik.org/ticker/ticker-news-von-giga-vom-21-04-2026/

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