Ein überraschendes Ergebnis aus Hollywood

Eine aktuelle Untersuchung der Johannes‑Gutenberg‑Universität Mainz hat ein verblüffendes Muster aufgedeckt: Filme, deren Drehbuch von Frauen verfasst wurde, erzielen im Schnitt deutlich höhere Gewinne als Produktionen, die ausschließlich von Männern geschrieben sind. Trotz der nach wie vor männlich dominierten Führungsetagen in der Filmindustrie zeigen die Zahlen, dass das kreative Potenzial von Frauen nicht nur künstlerisch, sondern auch ökonomisch wertvoll ist.

Gewinnspannen und Rendite im Vergleich

Die Analyse umfasste fast 200 000 Titel, die zwischen 1994 und 2023 veröffentlicht wurden. Von diesen konnten für rund 4 200 Filme sowohl das Produktionsbudget als auch die weltweiten Einnahmen ermittelt werden. Filme mit einer weiblichen Drehbuchautorin, jedoch ohne weibliche Regisseurin, erwirtschafteten im Durchschnitt 35,9 Millionen Dollar – gegenüber 26,8 Millionen Dollar bei rein männlichen Teams. Das entspricht einem Unterschied von rund 34 Prozent, obwohl die Budgets vergleichbar waren.

Auch die Rendite auf das investierte Kapital (ROI) war bei weiblich geschriebenen Projekten höher: ein ROI von 1,1 im Gegensatz zu 0,88 bei rein männlichen Produktionen – ein Plus von etwa 25 Prozent. Interessanterweise erreichten Filme, bei denen Frauen sowohl das Drehbuch als auch die Regie übernahmen, eine ähnliche ROI wie die männlichen Gegenstücke, jedoch mit nur der Hälfte des Budgets.

Die Dominanz der Männer bei Großproduktionen

Ein Blick auf die höchsten Budgetklassen offenbart ein hartnäckiges Ungleichgewicht. In den obersten 10 Prozent der Budgets waren 74,8 % der Filme ausschließlich von Männern geleitet. Dieser Anteil stieg in den Top‑5 % auf 78,6 % und in den Top‑1 % auf fast 89 %. Keine einzige Filmproduktion mit einer weiblichen Regisseurin schaffte es in diese Elite‑Kategorie.

Dennoch zeigte die Studie, dass die fünf Filme mit weiblichen Drehbuchautorinnen (aber männlichen Regisseuren) in der obersten 1‑Prozent‑Budgetgruppe im Schnitt rund 113 Millionen Dollar mehr Gewinn erzielten als reine Männerprojekte, obwohl ihre Budgets leicht niedriger waren.

Langsame Fortschritte bei der Geschlechterrepräsentation

Im Jahr 1994 war nur ein Fünftel der Filme (21,5 %) von mindestens einer Frau als Regisseurin oder Drehbuchautorin geprägt. Bis 2023 stieg dieser Anteil auf knapp 30 % (29,4 %). Trotz dieses Aufwärtstrends bleibt die Verteilung der größten Geldsummen stark männlich, was darauf hindeutet, dass die Branche ihr eigenes Potenzial noch nicht vollständig nutzt.

Warum das Potenzial noch nicht ausgeschöpft wird

Die Autoren der Studie vermuten, dass Entscheidungs‑ und Finanzierungsprozesse in Zeiten hoher Unsicherheit dazu neigen, auf bewährte Namen und etablierte Strukturen zurückzugreifen. Dieses Risiko‑averses Verhalten könnte erklären, warum Frauen trotz nachweislich höherer Profitabilität nach wie vor seltener die größten Budgets erhalten.

Die Ergebnisse legen nahe, dass ein bewussteres Gleichgewicht bei der Besetzung von Schlüsselpositionen nicht nur ethisch wünschenswert, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll ist. Hollywood könnte durch gezielte Förderung weiblicher Talente nicht nur die Diversität erhöhen, sondern auch seine eigenen Einnahmen nachhaltig steigern.

Source: https://scientias.nl/hollywood-loopt-miljoenen-mis-films-van-vrouwen-blijken-veel-succesvoller/

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