Ein neuer Schutzrahmen für junge Nutzer

Die Europäische Kommission hat ein 11‑seitiges Konzeptpapier veröffentlicht, das den sogenannten EU Kids Act skizziert. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche vor den Risiken von Social‑Media‑ und Video‑Plattformen zu schützen, indem ein EU‑weiter Mindestalter für eigenständige Accounts eingeführt wird.

Einheitliches Mindestalter ab 15 Jahren

Nach den geplanten Vorgaben dürfen Jugendliche erst ab dem 15. Lebensjahr eigenständig ein Profil auf als „riskant“ eingestuften Diensten anlegen. Plattformen wie Instagram, Facebook, TikTok oder YouTube fallen voraussichtlich darunter. Für 13‑ bis 15‑Jährige soll ein von Eltern kontrollierter „Einführungsaccount“ mit stark eingeschränkten Funktionen möglich sein.

Verpflichtende Altersverifikation für alle

Die EU will, dass sämtliche Anbieter – nicht nur die jungen Nutzer, sondern auch Erwachsene – einer Altersprüfung unterzogen werden. Die Kommission plant, hierfür eine eigens entwickelte Alterskontroll‑App anzubieten, die sowohl Genauigkeit als auch Datenschutz gewährleisten soll. Bestehende Accounts, die bereits seit vielen Jahren aktiv sind, könnten von einer nachträglichen Prüfung ausgenommen werden.

Eltern als Aufsichtspersonen

Für unter 15‑Jährige ist ein Account nur dann zulässig, wenn er von einer Eltern‑ oder Aufsichtsperson verwaltet wird. Eltern müssen dafür selbst ein Konto anlegen und sich ebenfalls einer Alterskontrolle unterziehen. Auch bei kindgerechten Plattformen bleibt die elterliche Kontrolle bis zum 13. Lebensjahr Pflicht.

Sicheres Design und eingeschränkte Algorithmen

Die Vorgaben verlangen von Anbietern, dass sie Funktionen wie endloses Scrollen oder stark personalisierte Empfehlungssysteme einschränken. Nutzer sollen mehr Einfluss auf die Sichtbarkeit ihrer Beiträge erhalten und junge Menschen besser vor ungewollten Kontakten geschützt werden.

Umkehr der Beweislast

Der Entwurf sieht vor, dass Aufsichtsbehörden nicht mehr erst aktiv werden, wenn ein Verstoß gemeldet wird, sondern bereits bei Anzeichen von Regelverstößen eingreifen können. Damit soll die Durchsetzung schneller und wirksamer werden.

Die EU‑Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wird das Konzept in ihrer morgigen Rede zur Lage der Union vorstellen, und das offizielle Gesetzesvorhaben soll am darauffolgenden Donnerstag veröffentlicht werden.

Source: https://netzpolitik.org/2026/eckpunkte-geleakt-eu-kommission-will-soziale-medien-zu-alterskontrollen-verpflichten/

Related Articles