Ein zweiter Prüfungsantrag des DOJ

Das US-Justizministerium hat Fox und Roku ein sogenanntes „second request“ zugesandt. Damit verlangt die Behörde zusätzliche Unterlagen und detaillierte Daten, um die geplante Transaktion im Wert von 22 Milliarden Dollar genauer zu untersuchen. Ein solcher Schritt ist im Rahmen einer umfassenden Kartellprüfung üblich, signalisiert jedoch, dass die ersten Einreichungen nicht alle offenen Fragen beantworten konnten.

Warum der Deal kritisch beäugt wird

Fox besitzt ein umfangreiches Portfolio aus Nachrichten, Sport‑ und Unterhaltungsinhalten sowie den werbefinanzierten Streaming‑Dienst Tubi. Roku hingegen betreibt eines der größten Betriebssysteme für Smart‑TVs und Streaming‑Geräte und fungiert als zentrale Schnittstelle zwischen Zuschauer und Content‑Anbietern. Durch die Kombination beider Unternehmen könnte Fox potenziell bevorzugten Zugang zu Roku‑Nutzern erhalten, was die Sichtbarkeit seiner eigenen Angebote erhöhen und Konkurrenten benachteiligen würde.

Potenzielle Folgen für den Wettbewerb

Regulierungsbehörden prüfen insbesondere, ob ein von Fox kontrolliertes Roku die Platzierung von Apps auf der Startoberfläche manipulieren könnte, ob Daten aus dem Roku‑Ökosystem zur Optimierung von Fox‑Werbung genutzt werden dürfen und ob rivalisierende Streaming‑Dienste im Ranking nach unten gedrängt werden. Solche Praktiken könnten die Auswahlfreiheit der Verbraucher einschränken und den Markteintritt neuer Anbieter erschweren.

Politische Hintergründe und frühere Kritik

Der aktuelle Vorgang fällt in eine Phase, in der das DOJ wegen seiner Handhabung großer Medienfusionen unter Beobachtung steht. Frühere Fälle, etwa die Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount, lösten Diskussionen über mögliche politische Einflussnahme aus, da enge Verbindungen zwischen den beteiligten Unternehmen und der US‑Regierung bestehen. Der Fox‑Roku‑Deal könnte daher als Test dienen, ob das Justizministerium bei politisch sensiblen Transaktionen konsequent prüft.

Ausblick

Obwohl ein zweiter Antrag noch nicht das Ende der Verhandlungen bedeutet, könnte er den Abschluss des Geschäfts verzögern. Experten gehen davon aus, dass die Transaktion erst im ersten Halbjahr 2027 finalisiert werden kann, sofern das DOJ keine schwerwiegenden Bedenken mehr hat.

Source: https://techcrunch.com/2026/09/09/doj-wants-more-answers-on-foxs-22b-roku-deal/

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