MapQuest erreicht Spitzenposition im US-App-Store
Die einstige Karten‑App, die lange als Relikt galt, hat in nur wenigen Tagen die Nummer eins im US‑App‑Store erobert. Vom achten Platz am Montag schoss sie am Dienstag auf den ersten Rang – ein beachtlicher Sprung, der vor allem auf ein politisches Statement zurückzuführen ist.
Der Auslöser: Trumps umstrittene Namensänderung
Im August erließ Präsident Trump eine Executive Order, die das US‑Geographic Names Service verpflichtete, den Namen des Lake Ontario in „Lake America“ zu ändern. Während Google Maps und Apple Maps dem Befehl nachgaben, erklärte MapQuest öffentlich, dass sie die offizielle Bezeichnung nicht übernehmen werde. Dieser klare Widerstand löste eine Welle von Unterstützern aus, die die App massenhaft herunterluden, um ihre Ablehnung der Regierungsmaßnahme zu signalisieren.
Ein exponentieller Anstieg der Downloads
Laut Sensor Tower wurden seit dem Erlass der Anordnung rund 632 000 Installationen allein in den USA verzeichnet. MapQuest selbst gibt an, dass die Zahl der Installationen in den USA und Kanada zusammen bereits über 1,5 Millionen erreicht habe. Bemerkenswert ist, dass mehr als die Hälfte der gesamten US‑Downloads des Jahres in der kurzen Zeit vom 27. August bis zum 1. September stattfand – ein Anstieg von 123 % im Tagesvergleich.
Mehr als nur ein kurzer Trend
Die neuen Nutzer zeigen ein hohes Engagement: Sie hinterlassen Feedback, stellen Feature‑Wünsche und melden Bugs direkt über soziale Medien und App‑Bewertungen. General Manager Doug Berger betont, dass das kleine Team rund um die Uhr arbeite, um die gewünschten Funktionen zu implementieren und ein reibungsloses Navigationserlebnis zu gewährleisten.
Warum MapQuest anders reagierte
Im Gegensatz zu den Giganten Google und Apple, die ihre Kartenprodukte an offizielle Regierungsdaten anpassen, kann das kleinere Unternehmen flexibler agieren und eigene Prinzipien vertreten. Bereits zuvor hatte MapQuest den Namen des Gulf of Mexico nicht in „Gulf of America“ geändert und sogar ein humorvolles Online‑Tool bereitgestellt, das Nutzern erlaubte, den Lake Ontario beliebig umzubenennen und die Ergebnisse zu teilen.
Ein Blick in die Zukunft
Ob dieser Aufschwung von Dauer ist, bleibt abzuwarten. Dennoch hat MapQuest gezeigt, dass ein mutiger Standpunkt und die direkte Ansprache der Community selbst in einem von Big‑Tech dominierten Markt zu signifikanten Erfolgen führen können. Die App hat nicht nur ihre Position im App‑Store verbessert, sondern auch das Vertrauen einer wachsenden Nutzerbasis gewonnen.