Einführung

Wenn es um Testamente, Vorsorgevollmachten und die letzte Ruhestätte geht, schieben viele Menschen diese Themen beiseite. Mallory McDuff hat jedoch einen anderen Weg gewählt: Sie hat ihr persönliches Trauma – den plötzlichen Tod ihrer Eltern – in Antrieb verwandelt, um über umweltfreundliche Bestattungsformen zu recherchieren und darüber zu schreiben.

Der Weg zur grünen Bestattung

Ein Jahr lang tauchte McDuff in die Welt der ökologischen Leichname ein. Von natürlichen Kompostierungsverfahren über Waldbegräbnisse bis hin zu biologisch abbaubaren Särgen sammelte sie Fakten, Erfahrungsberichte und rechtliche Rahmenbedingungen. Diese Erkenntnisse bündelte sie in ihrem Buch Our Last Best Act, das als Leitfaden für alle dient, die ihren Abschied im Einklang mit der Natur planen wollen.

Wissen teilen – ein Kurs am College

Doch das Schreiben war nur der erste Schritt. Um das Thema breiter zu verankern, entwickelte McDuff einen Kurs an ihrer Hochschule. Studierende lernen dort, welche Optionen existieren, welche ökologischen Vorteile sie bieten und wie man die eigenen Wünsche formal festhält. Der Kurs hat bereits zahlreiche Diskussionen entfacht und vielen Teilnehmenden das Gefühl von Kontrolle und Ermächtigung zurückgegeben.

Der preisgekrönte Essay

All diese Erfahrungen fand ihren Höhepunkt in einem Essay für Narratively mit dem Titel „How to Turn a Human Body Into Soil, and Other Things I’ve Learned“. Der Aufsatz, der zu den meistgelesenen Essays des Jahres zählt, verbindet persönliche Anekdoten mit praktischen Anleitungen und einem kritischen Blick auf die aktuelle Bestattungskultur.

Warum das wichtig ist

Die Diskussion um nachhaltige Bestattungen berührt nicht nur ökologische Fragen, sondern auch ethische, kulturelle und emotionale Aspekte. McDuffs Arbeit zeigt, dass es möglich ist, den eigenen Abschied bewusst zu gestalten, ohne dabei die Umwelt zu belasten. Sie ermutigt Leserinnen und Leser, frühzeitig über ihre Wünsche nachzudenken und diese in rechtlich bindende Dokumente zu überführen.

Zukunft der Bestattungskultur

In vielen Ländern beginnen Gesetzgeber bereits, die Rahmenbedingungen für natürliche Bestattungen zu lockern. Städte wie Portland oder Berlin experimentieren mit öffentlichen Grünflächen, die als kollektive Friedhöfe genutzt werden können. McDuff prognostiziert, dass in den nächsten Jahrzehnten ein signifikanter Teil der Bevölkerung bewusst zu ökologischen Optionen greifen wird, weil das Bewusstsein für den Klimawandel weiter wächst.

Praktische Tipps für den Alltag

Für Leser, die sofort aktiv werden wollen, listet McDuff einfache Schritte auf: 1) Ein Gespräch mit Angehörigen führen, 2) Eine umweltfreundliche Bestattungsorganisation auswählen, 3) Die gewünschten Maßnahmen in einem Testament oder einer Patientenverfügung festhalten und 4) Regelmäßig die gesetzlichen Vorgaben prüfen, da sich Bestimmungen ändern können.

Für alle, die tiefer in das Thema eintauchen wollen, bietet ein kostenpflichtiges Abonnement Zugang zu einem ausführlichen Interview, in dem McDuff weitere Einblicke in ihr Buch, den Kurs und ihre Vision für die Zukunft gibt.

Source: https://www.narratively.com/p/28-minutes-with-mallory-mcduff

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