Reed Jobs und die Vision von Yosemite

Reed Jobs ist kein typischer Tech‑Erbe, der sich auf die Schatten seiner Herkunft verlässt. Stattdessen nutzt er seine Energie, um ein eigenes Unternehmen zu bauen, das sich ausschließlich mit der Bekämpfung von Krebs beschäftigt. Das 2023 gegründete Venture‑Studio Yosemite kombiniert philanthropische Fördergelder mit klassischem Risikokapital, um bahnbrechende Biotech‑Ideen aus akademischen Laboren in marktreife Therapien zu überführen.

Ein neues Modell für Onkologie‑Startups

Im Gegensatz zu vielen Fonds, die lediglich bestehende Unternehmen unterstützen, gründet Yosemite rund ein Drittel seiner Investitionen selbst. Reed erklärt, dass diese Vorgehensweise es ermöglicht, frühzeitig Wissen und Technologie zu kontrollieren, bevor sie von großen Pharmaunternehmen aufgegriffen werden. Der Rest des Kapitals wird in von externen Gründern geführte Unternehmen investiert, die das gleiche Ziel verfolgen – neuartige Krebstherapien zu entwickeln.

AI als Beschleuniger für Medikamentenentwicklung

Ein zentrales Element von Yosemite ist die Nutzung künstlicher Intelligenz. Laut Reed hat AI in den letzten drei Jahren den Übergang von einer „neugierigen Spielerei“ zu einem unverzichtbaren Werkzeug geschafft. Sie wird eingesetzt, um potenzielle Wirkstoffkandidaten schneller zu identifizieren, klinische Studien zu optimieren und die Sicherheit von Gen‑Editing‑Ansätzen zu bewerten. Dieser technologische Schub rechtfertigt laut Jobs das aggressive Wachstum des Fonds.

Portfolio‑Highlights: Azalea und Quarry

Zu den bisher erfolgreichsten Projekten gehören Azalea und Quarry. Azalea stammt aus einer Fördermittel­zusage an das Labor von Jennifer Doudna und ist bereits in klinischen Studien aktiv. Quarry, das zusammen mit dem Seriengründer Craig Crews entstanden ist, nutzt das Konzept der „induced proximity“. Dabei wird ein krankheitsverursachendes Protein physisch an das zelluläre Abbausystem herangeführt, anstatt es zu blockieren – ein Ansatz, der das Potenzial hat, schwer zugängliche Zielstrukturen zu attackieren.

Finanzierung und philanthropische Komponenten

Im ersten Quartal dieses Jahres schloss Yosemite die zweite Finanzierungsrunde mit einem Zielvolumen von 350 Millionen Dollar ab. Davon fließen etwa 115 Millionen in firmeneigene Gründungen, während der Rest in externe Projekte investiert wird. Zusätzlich wird 2,5 % des Fondsvolumens in einen donor‑advised Fund gesteckt – ein komplett ungebundenes Geschenk, das jährlich um eine Million Dollar aus Management‑Gebühren ergänzt wird.

Wie überzeugt Yosemite potenzielle Investoren?

Obwohl das Unternehmen noch in den Kinderschuhen steckt, betont Reed, dass die Fähigkeit, völlig neue Therapie‑Klassen zu definieren, das entscheidende Argument für Limited Partners ist. Yosemite hat bereits Fortschritte in Bereichen wie epigenetischer Gen‑Editierung und zielgerichteter Gene‑Delivery verzeichnet – beides Klassiker, die seit einem Jahrzehnt als Flaschenhälse gelten. Wer also als Erster an der Spitze dieser Innovationen stehen will, findet in Yosemite einen attraktiven Partner.

Der Wandel im Biotech‑Investitionsklima

Vor einigen Jahren klagte Reed über die zunehmende Vorsicht traditioneller Biotech‑Investoren. Heute beobachtet er ein Umdenken: Durch die Kombination von KI‑gestützter Forschung und gezielter philanthropischer Unterstützung gewinnt die Risikokapital‑Szene wieder an Risikobereitschaft. Das sorgt dafür, dass mehr ambitionierte Ideen aus Universitätslabors den Sprung in die klinische Phase schaffen können.

Source: https://techcrunch.com/2026/07/11/reed-jobs-would-rather-talk-about-curing-cancer-than-his-last-name/

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