Ein neuer Aufruf für originelle Erzählungen
Narratively, das leserfinanzierte Online‑Magazin für tiefgehende Reportagen, eröffnet einen frischen Raum für Autor*innen, die ihre Erlebnisse in einer pointierten, ersten‑Person‑Perspektive schildern wollen. Unter dem Titel The Personals wird nach Geschichten gesucht, die einen einzelnen Moment, einen Tag, eine Woche oder eine Jahreszeit in den Mittelpunkt stellen – kompakte Erzählungen, die trotzdem durchlebenswerte Szenen und überraschende Wendungen bieten.
Was genau wird erwartet?
Die Redaktion betont, dass die Einsendungen zwei zentrale Kriterien erfüllen müssen: Sie sollen außergewöhnlich und faszinierend sein, und sie müssen in detailreichen, bildhaften Szenen verankert sein. Im Unterschied zu den umfangreichen, mehraktigen Narrativen geht es hier jedoch um die Konzentration auf einen Schlüsselmoment – ein „Stück Kuchen“, das allein genug ist, um die Lesenden zu fesseln.
Was ist nicht gefragt?
Ein rein introspektiver Text, der vor allem innere Gedankengänge oder einseitige Meinungsschmieden präsentiert, fällt außen vor. Gesucht werden dynamische, aktive Erzählungen, die durch dramatische Aktionen und lebendige Schauplätze den Puls erhöhen. Der Fokus liegt auf einem klar erkennbaren Ereignis, das eine Veränderung auslöst oder einen ungewohnten Blickwinkel eröffnet.
Beispiele, die inspirieren
Um die Erwartungen zu verdeutlichen, listet Narratively bereits veröffentlichte Beiträge auf, etwa „Warum war ich so eilig, beim ersten Mal Sex zu haben?“, „Ein seltsamer Unfall brachte mich meinem dominanten Vater näher“ und „Der Mann, der mich verriet, war zugleich der, den ich liebte“. Auch frühere, längere Essays wie „Ich wurde erzogen, meine lesbische Nachbarschaft zu hassen – sie nahmen mich trotzdem auf“ oder „Warum ich meinem Vergewaltiger verziehen habe“ demonstrieren, wie ein einzigartiger Blickwinkel in einer geschlossenen Geschichte wirken kann.
Formale Vorgaben
Die ideale Wortzahl liegt zwischen 1.000 und 1.500 Wörtern. Die Einsendungen werden fortlaufend geprüft, es gibt also keinen festen Endtermin. Interessierte Autor*innen können Entwürfe oder fertige Texte per E‑Mail an das Redaktionsteam senden. Narratively hebt zudem hervor, dass die Plattform durch Abonnements finanziert wird – ein Hinweis, dass die Gemeinschaft von Leser*innen und Schreiber*innen das Projekt trägt.
Wie geht es weiter?
Wer ein intensives Erlebnis, eine letzte Sekunde, die zu einer lebensverändernden Entscheidung führte, oder eine Begegnung, die die eigene Sichtweise ins Wanken brachte, teilt, ist eingeladen, diese Geschichte zu bündeln und einzureichen. Die Redaktion verspricht, die eingereichten Texte in einem eigenen Rahmen zu veröffentlichen, sodass sie Sichtbarkeit erhalten und gleichzeitig das breite Publikum von Narratively erreichen können.
Source: https://www.narratively.com/p/call-for-pitches-the-personals