Ferraris elektrisches Debüt: Die Luce

Im Mai präsentierte Ferrari die Luce, das erste vollelektrische Modell des Traditionsherstellers. Das Fahrzeug, ein fünfsitziger Luxus‑EV, wurde von Jony Ive, dem langjährigen Designchef von Apple, entworfen. Die Kombination aus italienischer Sportwagen‑DNA und minimalistischer Ästhetik löste sofort ein mediales Echo aus – nicht immer positiv. Kritiker verspotteten das Design, während traditionelle Ferrari‑Fans die Abkehr von Verbrennungsmotoren skeptisch beäugten.

Unerwartete Nachfrage trotz Gegenwind

Entgegen den düsteren Prognosen verkaufte sich die Luce jedoch schneller als erwartet. CEO Benedetto Vigna verkündete während der Ergebnispräsentation für das dritte Quartal, dass die Produktionsserie für das Jahr 2027 bereits vollständig zugeteilt sei. Jeder geplante Wagen habe bereits einen Käufer, sodass Interessenten ein Jahr warten müssen, bis sie ihr Fahrzeug erhalten können.

Die genaue Stückzahl bleibt ein Rätsel, da Ferrari bislang keine offiziellen Produktionszahlen veröffentlicht hat. Laut einem Bericht der Financial Times sollen für das laufende Jahr knapp 500 Einheiten geplant sein, während das langfristige Ziel bei 2.500 Fahrzeugen bis 2030 liegt – das entspricht etwa 600 pro Jahr.

Wer kauft die Luce?

Die Identität der Käufer bleibt weitgehend im Verborgenen. Vigna betonte lediglich, dass es sich um eine „gute Mischung“ hinsichtlich Kundenprofil und geografischer Verteilung handele, ohne weitere demografische Details preiszugeben. Gerüchte kursieren, dass Gründer milliardenschwerer KI‑Labore zu den ersten Besitzern gehören könnten, doch das bleibt Spekulation.

Finanzielle Auswirkungen und Ausblick

Die starke Nachfrage nach der Luce hat zusammen mit dem wachsenden Umsatz aus Individualisierungen das Ergebnis von Ferrari im dritten Quartal beflügelt. Mehr als 21 % des Erlöses aus Fahrzeugen und Ersatzteilen stammten aus maßgeschneiderten Optionen, ein Trend, der die Gewinnmargen weiter stärkt. Das Unternehmen erhöhte seine Jahresprognose und erwartet nun ein bereinigtes Ergebnis von mindestens 3 Milliarden Euro, gegenüber zuvor geplanten 2,97 Milliarden Euro.

Der Gesamtumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 7 % auf 1,9 Milliarden Euro, während der Nettogewinn um 13 % auf 431 Millionen Euro zulegte. Die operative Marge lag bei beeindruckenden 29,7 %, was Ferraris Position als eines der profitabelsten Unternehmen der Automobilbranche unterstreicht.

Ausblick auf die Auslieferung

Die ersten Lieferungen der Luce sollen im vierten Quartal beginnen. Da die gesamte Produktionskapazität bereits vergeben ist, wird die Wartezeit für neue Kunden voraussichtlich ein volles Jahr betragen. Beobachter erwarten, dass die begrenzte Verfügbarkeit das exklusive Image des Modells weiter verstärkt und die Nachfrage in den kommenden Jahren stabil hält.

Die Luce steht exemplarisch für Ferraris Strategie, Luxus, Technologie und Nachhaltigkeit zu verbinden. Trotz anfänglicher Kritik hat das Modell gezeigt, dass ein gut positioniertes Elektrofahrzeug selbst in einem traditionell motorlastigen Marktsegment erfolgreich sein kann.

Source: https://techcrunch.com/2026/11/03/ferraris-controversial-luce-ev-is-sold-out-for-2027/

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