Finanzielle Lage im Überblick
Im zweiten Quartal 2026 hat netzpolitik.org insgesamt 193.872 Euro eingenommen. Davon entfallen 96 % auf Spenden, die von den Leser*innen und Unterstützer*innen stammen. Die restlichen vier Prozent setzen sich aus regelmäßigen Erlösen des Webshops, Lizenzvergaben und kleinen Zinserträgen zusammen.
Spendenentwicklung
Die Organisation verzeichnete im genannten Zeitraum 186.900 Euro an Spenden – ein Plus von rund vier Prozent gegenüber dem internen Plan. Trotz dieses Aufschwungs bleibt das erste Halbjahr im Minus, weil das erste Quartal deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb. Insgesamt fehlt noch ein Betrag von 27.500 Euro, um das Jahresziel zu erreichen.
Personalkosten und Tarifbindung
Dank einer soliden Haushaltslage konnte das Team im Mai eine Gehaltserhöhung von 2,8 % erhalten, die dem TVöD‑Bund‑Tarif entspricht. Die Personalkosten beliefen sich im Quartal auf 225.377 Euro, womit die Ausgaben leicht unter den geplanten 235.000 Euro lagen.
Politische Sturmfronten
Parallel zu den finanziellen Zahlen brodelt das politische Klima in Berlin. Nach einem Jahr Schwarz‑Rot wird die Koalition von internen Spannungen und verzögerten Reformen geplagt. Das Bild eines aufziehenden Gewitters über dem Reichstagsgebäude dient als Metapher für die bevorstehenden Gesetzesinitiativen.
Umstrittene Reformvorhaben
Zu den umstrittenen Projekten zählen die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung, die Ausweitung biometrischer Videoüberwachung, eine intensivere Fotofahndung im Netz sowie eine grundlegende Reform der Nachrichtendienste. Kritiker warnen zudem vor einer möglichen Einschränkung der Informationsfreiheit.
Ausblick und Handlungsbedarf
Obwohl die Sommerpause ansteht, bleibt die Lage angespannt. Das Kabinett arbeitet weiter an Gesetzesentwürfen, die rasch in den Bundestag gelangen sollen. Für netzpolitik.org bedeutet das, dass die Redaktion auch in ruhigen Phasen finanziell abgesichert sein muss, um unabhängige Recherche zu gewährleisten.
Die Organisation ruft ihre Community dazu auf, kontinuierlich zu spenden – idealerweise monatlich – um den Rückenwind zu sichern, der nötig ist, um sowohl finanzielle als auch politische Unwetter zu überstehen.