Ein Aufruf aus der Vergangenheit
Der Gründer von Orkut, Orkut Büyükkökten, hat kürzlich über das soziale Netzwerk X einen eindringlichen Aufruf gestartet: Er möchte die Community dazu bewegen, die Wiederbelebung von Orkut zu unterstützen. In einem kurzen Beitrag forderte er Interessierte auf, die Seite Orkut.com zu besuchen, ihren Namen einzutragen und Freunde einzuladen, damit das einstige Freundschafts‑ und Community‑Portal ein zweites Leben erhalten kann.
Die Geschichte von Orkut
Orkut wurde 2004 als Nebenprojekt von Büyükkökten bei Google ins Leben gerufen. Das Netzwerk erlangte rasch enorme Popularität, vor allem in Brasilien und Indien, wo es zu einem digitalen Treffpunkt für Millionen von Menschen wurde. Trotz des frühen Erfolgs verlor Orkut im Zuge des Aufstiegs von Facebook an Relevanz und wurde 2014 von Google endgültig eingestellt.
Warum ein Comeback?
In einem offenen Brief auf Orkut.com kritisiert Büyükkökten die aktuelle Entwicklung sozialer Medien. Er bemängelt, dass Algorithmen und KI‑generierte Inhalte die persönliche Note verdrängen und das Grundprinzip, dass „eine echte Person auf der anderen Seite sitzt“, aus den Plattformen herausfiltern. „Künstliche Intelligenz ist beeindruckend, aber sie löst das Herzstück sozialer Netzwerke auf“, schreibt er. Sein Ziel sei es, das Internet wieder zu einem Ort zu machen, an dem authentische Menschen echte Verbindungen knüpfen können.
Frühere Versuche und zukünftige Visionen
Nach dem ersten Abschied von Orkut startete Büyükkökten 2016 das Netzwerk Hello, das auf gemeinsame Interessen setzte. Trotz über 2 Millionen Downloads musste Hello 2020 schließen. 2022 deutete er erneut ein neues Projekt an, das KI und maschinelles Lernen nutzen soll, um Communities zu stärken – ein Vorhaben, das bislang nicht veröffentlicht wurde. Der aktuelle Aufruf lässt offen, ob bereits an einer konkreten Version von Orkut gearbeitet wird oder ob das Projekt noch in der Konzeptphase steckt.
Wie die Community helfen kann
Interessierte Nutzer können sich auf Orkut.com registrieren, ihren Namen eintragen und das Wort verbreiten. Büyükkökten hofft, dass ein starkes Signal von Unterstützern potenzielle Investoren und Entwickler motiviert, das Projekt wiederzubeleben. Obwohl er bislang nicht auf Anfragen von Medien reagiert hat, zeigt sein Aufruf, dass das Bedürfnis nach einer Plattform, die echte Freundschaften fördert, nach wie vor besteht.
Ausblick
Ob Orkut tatsächlich zurückkehrt, bleibt abzuwarten. Die wachsende Kritik an algorithmisch gesteuerten Feeds und die Sehnsucht nach menschlicher Nähe könnten jedoch den Nährboden für ein neues, auf Authentizität ausgerichtetes Netzwerk bilden. Für alle, die an einer Rückkehr des Freundschafts‑ und Community‑Geistes interessiert sind, ist jetzt die Gelegenheit, ein Zeichen zu setzen.
Source: https://techcrunch.com/2026/10/09/remember-orkut-its-founder-wants-to-bring-it-back/