Ein Laufband unter den Rädern – kein Hindernis für den Start
Stellen Sie sich vor, ein Verkehrsflugzeug soll von einer endlosen Förderstrecke abheben, die sich in die entgegengesetzte Richtung bewegt. Viele Menschen vermuten, dass das Flugzeug dadurch nicht genug Vorwärtsgeschwindigkeit erlangen kann. Die Realität ist jedoch viel einfacher: Die Räder eines Flugzeugs dienen lediglich als Tragwerk, das das Gewicht trägt, während die eigentliche Antriebskraft von Propellern oder Turbinen erzeugt wird. Diese schieben Luft nach hinten und erzeugen so einen Schub, der das Flugzeug nach vorne zieht, unabhängig davon, wie schnell sich das Laufband bewegt.
Das Laufband kann die Räder zwar schneller rotieren lassen, doch das ändert nichts an der Luftströmung über den Tragflächen. Sobald die notwendige Geschwindigkeit relativ zur umgebenden Luft erreicht ist, entsteht Auftrieb, der das Flugzeug vom Boden hebt. Kurz gesagt: Das Laufband beeinflusst die Radrotation, nicht die für den Auftrieb entscheidende Luftbewegung.
Auftrieb, Luftdichte und die Grenzen des Flugs
Der Auftrieb entsteht, weil die Luft über die Flügel schneller strömt als darunter. Dieser Druckunterschied hebt das Flugzeug entgegen der Schwerkraft. Sinkt die Geschwindigkeit oder wird die Luft dünner – etwa in großer Höhe – nimmt der Auftrieb ab und das Flugzeug verliert an Höhe. Deshalb steigen Piloten in höheren Lagen nicht unbegrenzt, sondern müssen die Triebwerksleistung anpassen, um die erforderliche Geschwindigkeit zu halten.
Warum ein Flugzeug nicht einfach geradeaus ins All fliegt
Ein häufiges Missverständnis, das besonders in Kreationistenkreisen auftaucht, ist die Annahme, ein Flugzeug würde gerade nach oben fliegen und dabei die Erdkrümmung „ignorieren“. In Wahrheit folgt jedes Flugzeug einer leicht gekrümmten Bahn, weil die Luft, in der es sich bewegt, ebenfalls der Erdkrümmung folgt. Der Pilot stellt das Flugzeug so ein, dass bei einer bestimmten Geschwindigkeit und Triebwerksleistung ein stabiler Auftrieb entsteht, der praktisch der Erdanziehung entspricht. Der resultierende Kurs ist nur minimal von einer perfekten Kreisbahn abweichend – ein Unterschied, den selbst erfahrene Piloten nicht spüren.
Zusätzlich sorgt die abnehmende Luftdichte in größeren Höhen für einen natürlichen Selbstkorrekturmechanismus: Der Auftrieb nimmt ab, das Flugzeug verliert an Höhe und muss wieder an Geschwindigkeit zulegen, um weiter zu steigen. So verhindert die Physik, dass ein Flugzeug unbegrenzt nach oben schießt.
Pilotische Feinjustierung – nicht wegen der Erde, sondern wegen der Luft
Piloten korrigieren ständig Kursabweichungen, die durch Wind, Turbulenzen oder thermische Aufwinde verursacht werden. Diese Eingriffe haben jedoch nichts mit der Kugelform der Erde zu tun, sondern dienen der Aufrechterhaltung einer stabilen Fluglage in einer dynamischen Atmosphäre. Die Erdkrümmung ist im Vergleich zu den Flugzeuggrößen vernachlässigbar klein, sodass sie im täglichen Flugbetrieb keine Rolle spielt.
Zusammengefasst: Ein Flugzeug kann problemlos von einem sich entgegenlaufenden Förderband starten, weil die Räder nur das Gewicht tragen und der eigentliche Vortrieb aus der Luft stammt. Der Auftrieb entsteht durch die Relativgeschwindigkeit zur Luft, nicht zur Erde, und die leichte Krümmung des Flugpfads ist ein natürlicher Nebeneffekt der Luftbewegung um die runde Erde.
Source: https://scientias.nl/kan-een-vliegtuig-opstijgen-vanaf-een-lopende-band/