Ein neuer Bluttest revolutioniert die Krebsfrüherkennung

Wissenschaftler haben in einer groß angelegten Studie einen Bluttest entwickelt, der gleichzeitig 17 verschiedene Krebsarten nachweisen kann – und das sogar bei Menschen ohne Beschwerden. Die Methode basiert nicht auf dem Auffinden von Tumorzellen, sondern auf winzigen DNA‑Fragmenten, die Zellen im Blut hinterlassen. Durch die Analyse von Methylierungsmustern lässt sich erkennen, ob sich bösartige Zellen im Körper verbergen und sogar vermuten, in welchem Organ sie sich befinden.

Wie funktioniert die Analyse?

Der Test nutzt die sogenannte DNA‑Methylierung, ein chemisches Markierungssystem, das bei gesunden und krebserkrankten Zellen unterschiedlich ausgeprägt ist. Aus einer Blutprobe werden diese kurzen DNA‑Stücke isoliert und auf charakteristische Muster hin untersucht. Sobald ein Muster mit bekannten Krebsprofilen übereinstimmt, gibt das System nicht nur ein positives Ergebnis, sondern liefert auch die wahrscheinlichsten Lokalisationen – meist die beiden am stärksten wahrscheinlichen Organe.

Ergebnisse der PATHFINDER‑2‑Studie

In der PATHFINDER 2‑Studie wurden 35.878 Personen ab 50 Jahren ohne krebsverdächtige Symptome eingeschlossen. Von den 32.007 ausgewerteten Proben zeigten 287 ein positives Ergebnis. Bei 173 dieser Personen wurde innerhalb von zwölf Monaten tatsächlich Krebs diagnostiziert – das entspricht einer Trefferquote von rund 60 % bei positiven Befunden. Noch beeindruckender: In 91,3 % der Fälle lag die tatsächliche Tumorlage unter den beiden vom Test vorgeschlagenen Optionen.

Welche Krebsarten werden erkannt?

Der Bluttest deckte unter anderem Lungen‑, Darm‑, Brust‑, Eierstock‑, Leber‑ und Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie verschiedene Formen von Blutkrebs auf. Besonders bemerkenswert ist, dass 72,8 % der entdeckten Tumoren zu Krebsarten gehörten, für die in den USA bislang keine standardisierte Bevölkerungs‑Screening‑Empfehlung existiert. Damit schließt das Verfahren eine bedeutende Lücke, die herkömmliche Vorsorgeuntersuchungen offen lässt.

Grenzen und offene Fragen

Trotz der vielversprechenden Resultate gibt es wesentliche Einschränkungen. Der Test identifizierte nur 39,3 % aller Krebsfälle, die innerhalb eines Jahres nach der Blutabnahme diagnostiziert wurden – das bedeutet, ein negatives Ergebnis schließt Krebs nicht aus. Die Sensitivität variierte stark zwischen den einzelnen Krebsarten; bei einer definierten Gruppe von zwölf Tumortypen lag die Erkennungsrate bei etwa 70 %.

Die Forscher betonen, dass der Bluttest keine vollständige Ablösung etablierter Screening‑Methoden darstellt. Personen mit negativem Ergebnis wurden weiterhin zu konventionellen Vorsorgeuntersuchungen ermutigt. Weitere klinische Studien sind nötig, um den genauen Nutzen im Alltag zu bestimmen und mögliche Fehlalarme zu minimieren.

Insgesamt liefert die Studie einen wichtigen Hinweis darauf, wie molekulare Blutanalysen die Früherkennung von Krebs erweitern können – insbesondere für Tumoren, die bislang kaum oder gar nicht im Rahmen von Bevölkerungs‑Screenings erfasst werden.

Source: https://scientias.nl/nieuwe-bloedtest-kan-17-verschillende-soorten-kankers-tegelijkertijd-opsporen/

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