Bundesuntersuchung gegen Comma.ai

Die US-Behörde NHTSA hat ein formelles Ermittlungsverfahren gegen das Startup Comma.ai eingeleitet, nachdem fünf Unfälle mit dem aftermarket‑System gemeldet wurden. Zwei dieser Vorfälle endeten mit dem Tod von drei Personen. Die Untersuchungen konzentrieren sich vor allem auf das Open‑Pilot‑Softwarepaket, das in vielen modernen Fahrzeugen nachgerüstet werden kann, um adaptive Geschwindigkeitsregelung und automatisches Spurhalten zu übernehmen.

Technik hinter dem System

OpenPilot steuert über ein Kamerasystem die Lenkung, Beschleunigung und Bremsung, ähnlich wie die Autopilot‑Funktionen von Tesla oder das Super Cruise‑System von GM. Trotz der fortschrittlichen Algorithmen warnt das Unternehmen ausdrücklich, dass der Fahrer jederzeit bereit sein muss, die Kontrolle zurückzuerlangen, indem er das Gaspedal betätigt oder den Abbruch‑Knopf drückt. Ein integriertes Fahrer‑Monitoring prüft, ob der Lenker aufmerksam bleibt.

Die tödlichen Unfälle im Detail

Der erste dokumentierte Fatalitätsfall ereignete sich im Februar 2026 in Ascension Parish, Louisiana. Ein 2022er Toyota RAV4, ausgestattet mit einer geforkten Version namens FrogPilot, kollidierte mit einem stillstehenden Polizeifahrzeug, das mit eingeschalteten Warnleuchten im linken Fahrstreifen stand. Zwei Passagiere im Fond kamen dabei ums Leben. Der zweite tödliche Vorfall wurde von der NHTSA zwar erwähnt, jedoch nicht eindeutig identifiziert, sodass weitere Details noch ausstehen.

Modifizierte Software und mögliche Ursachen

Ein zentrales Untersuchungsthema ist die Nutzung von „forked“ oder modifizierten Varianten der Open‑Pilot‑Software. Solche Abwandlungen können die ursprünglichen Sicherheitsmechanismen beeinträchtigen, insbesondere die Fähigkeit, stehende oder langsam fahrende Objekte in derselben Fahrspur zu erkennen. In vier der fünf gemeldeten Unfälle wurden bis zu elf Personen verletzt, einige davon schwer.

Vergleich mit anderen Herstellern

Die Probleme von Comma.ai sind nicht isoliert. Auch etablierte Marken wie Tesla und Ford stehen bereits unter Beobachtung, weil ihre Fahrerassistenzsysteme in ähnlichen Szenarien versagt haben. Die NHTSA weist darauf hin, dass adaptive Geschwindigkeitsregelungen generell Schwierigkeiten haben, abruptes Bremsen zu bewältigen, wenn ein plötzliches Hindernis auftaucht.

Ausblick und mögliche Konsequenzen

Falls die Untersuchung gravierende Mängel bestätigt, könnte dies zu Rückrufen, Nachrüstungen oder sogar zu einer Einstellung des Verkaufs der betroffenen Geräte führen. Für die Branche bedeutet dies, dass die Balance zwischen Komfortfunktionen und absoluter Sicherheit weiter verhandelt werden muss. Verbraucher sollten sich bewusst sein, dass selbst fortschrittliche Assistenzsysteme keine vollständige Autonomie garantieren.

Source: https://techcrunch.com/2026/09/23/commas-hands-off-driving-tech-under-investigation-after-2-fatal-crashes/

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