Ein beispielloser Identitätsdiebstahl erschüttert Nordamerika

Ein kürzlich veröffentlichter Bericht des unabhängigen Sicherheitsexperten Brian Krebs wirft ein grelles Licht auf einen mutmaßlichen Einbruch in ein führendes Unternehmen für die Verifizierung von amtlichen Ausweisen. Laut Krebs hat eine bislang unbekannte Plattform namens Nexus, die im Darknet operiert, Zugriff auf mehr als 150 Millionen Führerscheine und Reisepässe aus den USA und Kanada erlangt. Die Datenbank soll täglich rund 500 000 neue Dokumente erhalten – ein Hinweis darauf, dass die Angreifer nahezu in Echtzeit an die internen Systeme des betroffenen Anbieters gelangen.

Wie die Leckage entdeckt wurde

Der Journalist bemerkte, dass sein eigener Führerschein in den Suchergebnissen auftauchte, was die Authentizität der Informationen bestätigte. Auch hochrangige Persönlichkeiten, darunter der US‑Verteidigungsminister Pete Hegseth, wurden mit ihren Fotos gelistet. Diese Enthüllungen lösten sofortige Reaktionen seitens der US‑Verteidigungsbehörde und des FBI aus, die beide die Vorfälle prüfen, jedoch nur spärlich kommentierten.

Der mutmaßliche Täter: IDScan

Gemeinsam mit dem Sicherheitsexperten Zach Edwards, dessen Ausweis ebenfalls kompromittiert wurde, identifizierte Krebs das Unternehmen IDScan als wahrscheinliche Quelle. Das in Louisiana ansässige Unternehmen liefert monatlich Identitätsprüfungen für zahlreiche globale Marken und verarbeitet damit Zehntausende von Dokumenten. Während die Geschäftsführerin Jillian Kossman bestätigte, dass interne Untersuchungen laufen, blieb der CEO Jimmy Roussel ohne Stellung.

Folgen für die Branche und die Gesetzgebung

Der Vorfall trifft zu einem Zeitpunkt, an dem Regierungen vermehrt Altersverifikationsgesetze einführen, die das Hochladen von Ausweisen erfordern. Experten warnen seit Langem, dass das langfristige Speichern sensibler Identitätsdaten ein attraktives Ziel für Cyberkriminelle darstellt. Der aktuelle Hack könnte damit das bislang größte bekannte Datenleck von Ausweisdokumenten markieren.

Reaktionen und Ausblick

Nach Veröffentlichung des Berichts verschwand die Nexus‑Seite rasch vom Netz, doch die gestohlenen Informationen bleiben potenziell im Umlauf. Betroffene Nutzer sollten ihre Identitätsdaten überwachen und bei verdächtigen Aktivitäten sofortige Maßnahmen ergreifen. Die Ermittlungen des FBI und die internen Audits von IDScan werden zeigen, wie tief die Sicherheitslücken reichen und welche Lehren die Branche daraus ziehen kann.

Source: https://techcrunch.com/2026/09/02/it-sure-looks-like-hackers-breached-a-major-id-card-verification-service/

Related Articles