Ein Meisterwerk der Astronomie

Die neuesten Bilder der Euclid- und Hubble-Raumteleskope zeigen die Kattenoognebel (NGC 6543) in bisher unerreichtem Detail. Diese faszinierende Aufnahme wurde vor kurzem als 'Foto des Monats' von ESA/Hubble ausgezeichnet und ist das Ergebnis einer außergewöhnlichen Zusammenarbeit der beiden fortschrittlichsten Teleskope der Welt. Sie ermöglichen uns einen tiefen Einblick in die letzten Lebensphasen von Sternen wie unserer Sonne, und zwar aus einer galaktischen Perspektive von etwa 4.400 Lichtjahren Entfernung.

Zwei Perspektiven auf das Ende eines Sterns

Hubble ist bekannt für seine präzisen Aufnahmen kleinerer Himmelsregionen, während Euclid die Fähigkeit hat, weite und tiefe Ansichten des Universums zu erfassen. Durch die Kombination dieser beiden Ansichten entsteht ein einzigartiges Gesamtbild. Euclids breite Perspektive fängt die Nebelstruktur in sichtbarem und infrarotem Licht ein und zeigt die helle zentrale Region, die von einer bunten, ausgedehnten Gasschicht umgeben ist. Diese Schicht besteht aus Material, das der sterbende Stern in seinen frühen Phasen ausgestoßen hat.

Die wahre Macht von Euclid wird sichtbar, wenn man den fernen Hintergrund betrachtet: Eine Vielzahl von weit entfernten Galaxien wird sichtbar und gibt einen faszinierenden Einblick in die Weiten des Universums.

Der Blick ins Detail durch Hubble

Hubble übernimmt die Nahaufnahme und zeigt mit seiner Advanced Camera for Surveys das chaotische Herz der Nebel. Die Daten offenbaren ein atemberaubendes Bild aus konzentrischen Schalen, dichten Gasknoten und hochgeschwindigkeits Jets. Diese Strukturen sind das Produkt von Stoßwellen, die aus episodischen Masseausstößen der zentralen Stern stammen. Sie stellen gewissermaßen ein kosmisches Fossilienarchiv dar.

Ein faszinierendes Mysterium

Bereits 1864 wurde die Kattenoognebel als erste planetarische Nebel erkannt, die ein Spektrum aus glühendem Gas abgibt. In den 90er Jahren haben Hubble-Bilder dann die komplexe Struktur des Nebels sichtbar gemacht. Neben der Entdeckung von konzentrischen Gasschalen wurde 2022 durch den Schüler Ryan Clairmont die Hypothese gefestigt, dass die zentrale Sonne Teil eines Doppelsternsystems ist.

Durch sein 3D-Modell entdeckte er nahezu perfekt symmetrische Ringe, die durch einen präzessierenden Jet – einen gashaltigen Strahl, der wie ein Kreisel wobblet – erklärt werden können. Die neuen Bilder von Hubble und Euclid ergänzen dieses Wissen und zeigen die Nebel nicht nur in einzelnen Aspekten, sondern als komplettes und atemberaubendes Mosaik im gesamten Kontext des Universums.

Related Articles