Hintergrund des Angriffs
Am Freitag wurde das Berliner Landesnetz von einem bislang nicht vollständig aufgeklärten Hackerangriff getroffen. Die forensischen Untersuchungen der Senatskanzlei ergaben bereits eine "Inkriminierung des Landesnetzes", woraufhin die betroffenen Senatsverwaltungen für Verkehr und Stadtentwicklung aus Sicherheitsgründen vom Netz getrennt wurden.
Aktueller Stand der Wiederherstellung
Fünf Tage nach dem Vorfall kann der Senat noch keine verbindlichen Termine nennen, wann die Systeme wieder vollständig betriebsbereit sind. Regierender Bürgermeister Kai Wegner bezeichnet die Lage als "ernst", bleibt jedoch "vorsichtig optimistisch", dass die beiden Verwaltungen in den kommenden Tagen wieder ans Netz angeschlossen werden können.
Technische Maßnahmen
Experten arbeiten rund um die Uhr mit Hochdruck an der Analyse der Schadsoftware und an der Implementierung von Gegenmaßnahmen. Das Ziel sei, weitere Schäden zu verhindern und die Integrität des gesamten Berliner IT‑Ökosystems wiederherzustellen.
Folgen für Sozialleistungen
Durch die Trennung vom Landesnetz sind auch die bezirklichen Wohnungsämter betroffen. Die Auszahlung von Wohngeld, das monatlich an rund 50 000 Haushalte in Berlin fließt, ist momentan nicht möglich. Das hat unmittelbare Konsequenzen für Menschen, die auf diese finanzielle Unterstützung zur Mietzahlung angewiesen sind.
Politische Reaktionen
Linke‑Fraktionschef Tobias Schulze und SPD‑Kandidat Steffen Krach fordern Notlösungen, etwa eine "Bypass‑Lösung", um die Wohngeldzahlungen kurzfristig zu sichern. Sie betonen, dass niemand durch den Cyberangriff seine Wohnung verlieren dürfe. Der Finanzsenator soll alternative Wege prüfen, damit die Landeskasse und die Bezirke die Leistungen eigenständig auszahlen können.
Auswirkungen auf die anstehende Wahl
Innensenatorin Iris Spranger versichert, dass die digitale Beantragung von Wahlscheinen wieder funktioniert und die IT‑Systeme für die Berliner Wahl im September nicht betroffen sind. Zwar kam es am Dienstag zu kurzzeitigen Störungen beim Online‑Antrag, doch über 20 000 Wahlscheine wurden bereits erfolgreich beantragt.
Ausblick
Der Senat hält Details zum genauen Ablauf des Angriffs zurück, um die laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden. Digital‑Staatssekretär Florian Hauer betont, dass der Angriff "recht frühzeitig entdeckt" wurde und dass die Behörden alles daran setzen, die digitale Infrastruktur schnellstmöglich zu stabilisieren.