Neue Monetarisierungsanforderungen bei YouTube

Ab dem 1. Februar 2024 gelten für angehende Partner des Video‑Giganten strengere Vorgaben. Wer bislang mindestens 1.000 Abonnenten und 4.000 Watch‑Hours innerhalb eines Jahres nachweisen musste, muss nun 8.000 qualifizierte Watch‑Hours vorweisen – oder alternativ 20 Millionen qualifizierte Shorts‑Views in den letzten 90 Tagen.

Was bedeutet das für Shorts‑Creator?

Für Produzenten von Kurzvideos wird die Hürde besonders hoch. Neben den 20 Mio Views müssen sie künftig dauerhaft 10 Millionen Shorts‑Views innerhalb eines 90‑Tage‑Fensters erreichen, um am Shorts‑Creators‑Pool teilzuhaben. Unterschreiten sie diese Marke, bleiben sie im YouTube‑Partner‑Programm, erhalten jedoch keine Shorts‑Einnahmen, bis sie das Limit wieder überschreiten.

Auswirkungen auf bestehende Partner

Die Anpassungen betreffen ausschließlich neue Bewerber. Alle Creator, die bereits im Partner‑Programm sind, behalten ihre bisherigen Rechte und Einnahmequellen. YouTube betont, dass die Maßnahme dazu dienen soll, das rasante Wachstum der Plattform zu reflektieren – täglich werden über 200 Milliarden Shorts‑Views und mehr als eine Milliarde Stunden Watch‑Time auf TV‑Geräten verzeichnet.

Premium Lite als zusätzlicher Einkommensstrom

Parallel zur Schwellenanpassung führt YouTube das erweiterte „Premium Lite“-Abonnement in allen Ländern ein, in denen YouTube Premium verfügbar ist. Abonnenten erhalten ein werbefreies Erlebnis, Offline‑Downloads und Hintergrund‑Playback. Die Einnahmen aus diesen Abos werden nach dem Anteil der angesehenen Inhalte verteilt: 55 % gehen an Langform‑Creator, 45 % an Shorts‑Creator.

Breitere Branchenentwicklung

YouTube ist nicht das einzige Netzwerk, das seine Vergütungsmodelle überarbeitet. Auch X (ehemals Twitter) hat kürzlich die Auszahlungskriterien auf rein originelle Inhalte beschränkt, während Facebook im Frühjahr ein neues Monetarisierungsprogramm startete, um TikTok‑ und YouTube‑Creator anzuziehen. Diese Trends verdeutlichen den wachsenden Wettbewerbsdruck, qualitativ hochwertige und engagierte Audienzen zu sichern.

Fazit für angehende Creator

Die doppelten Watch‑Hour‑Anforderungen stellen eine signifikante Barriere dar, insbesondere für neue Kanäle, die sich noch im Aufbau befinden. Potenzielle Creator müssen nun konsequent Inhalte produzieren, die sowohl in der Länge als auch in der Reichweite überzeugen, um die gestiegenen Schwellen zu erreichen. Gleichzeitig eröffnet das erweiterte Premium‑Modell neue Einnahmequellen, die bei erfolgreicher Umsetzung langfristig profitabler sein können als klassische Werbeerlöse.

Source: https://techcrunch.com/2026/08/10/youtube-now-requires-creators-to-have-twice-as-many-watch-hours-to-start-earning-money/