Ein neuer Ansatz im SETI

Seit den Anfängen der Suche nach außerirdischer Intelligenz konzentrieren sich die meisten Programme auf ein enges Band im Radiowellen‑Spektrum, das zwischen den natürlichen Emissionen von Wasserstoff und Hydroxyl liegt. Dieses sogenannte "Wasser‑Band" (1,42–1,66 GHz) wurde lange als universeller Hinweis für technologische Signale angesehen. Doch eine aktuelle Untersuchung aus Manchester stellt diese Annahme in Frage und eröffnet ein bislang kaum beachtetes Frequenzfeld.

Unerschlossene Millimeter‑ und Submillimeter‑Wellen

Louisa Mason, Doktorandin an der Universität Manchester, hat archivierte Daten der Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) in Chile neu ausgewertet. Statt neue Messungen zu initiieren, nutzte sie bereits vorhandene Beobachtungen, die ursprünglich für andere astrophysikalische Fragestellungen gesammelt wurden. Ihr Ziel: nach schmalbandigen, nicht‑natürlichen Signalen im Millimeter‑ und Submillimeter‑Bereich zu suchen – ein Terrain, das im SETI‑Kontext bislang fast vollständig unberührt blieb.

Die Analyse umfasste zwei enge Frequenzsegmente innerhalb von ALMA‑Band 3. Obwohl keine eindeutigen technologischen Signale gefunden wurden, liefert das Ergebnis wichtige Erkenntnisse. Es zeigt, dass Teleskope, die auf höhere Frequenzen ausgerichtet sind, eine sinnvolle Ergänzung zu den traditionellen Suchstrategien darstellen können.

Mehr Sterne im Blickfeld als gedacht

Ein überraschender Nebeneffekt von Mason’s Vorgehensweise war die Entdeckung, dass ein einzelner Beobachtungs­punkt gleichzeitig Hunderte, wenn nicht Tausende, weiterer Sterne im Sichtfeld erfasst. Während herkömmliche SETI‑Studien häufig auf Kataloge wie Gaia zurückgreifen, um die Anzahl untersuchter Sterne zu bestimmen, nutzte Mason das Besançon‑Galaktische Modell. Dieses berücksichtigt auch schwache, weit entfernte oder schwer zu identifizierende Sterne, die in Standardkatalogen fehlen.

Durch die Anwendung dieses Modells auf eine frühere SETI‑Umfrage mit 1.327 Beobachtungen stieg die geschätzte Zahl der untersuchten Sterne von rund 288 000 auf beeindruckende 6,1 Millionen. Dieser Befund legt nahe, dass die bisherige Vorstellung von der Reichweite unserer Suche stark unterschätzt wurde.

Ausblick und Bedeutung

Obwohl Mason bislang keine außerirdischen Techniksignale nachweisen konnte, liefert ihre Arbeit einen klaren Impuls: Die Erforschung höherer Radiofrequenzen sollte stärker in die SETI‑Strategie integriert werden. Gleichzeitig eröffnet die erweiterte Sternenzahl neue statistische Grundlagen, um die Wahrscheinlichkeit von technologischen Zivilisationen in unserer Galaxie besser einzuschätzen.

Die Studie verdeutlicht, dass die Suche nach intelligentem Leben nicht nur von der Wahl der Frequenz, sondern auch von der Art und Weise abhängt, wie wir unser Beobachtungsfeld definieren. Durch die Kombination von traditionellen Wasser‑Band‑Ansätzen mit unerschlossenen Millimeter‑Wellen und einer umfassenderen Sternen‑Inklusion könnte die nächste Generation von SETI‑Programmen entscheidende Fortschritte erzielen.

Source: https://scientias.nl/hebben-we-altijd-op-de-verkeerde-plek-naar-buitenaards-leven-gezocht-onderzoekers-wijzen-op-andere-radiofrequentie/

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