Meta setzt auf KI‑Optimismus – doch die Musik verrät das Gegenteil
\nIm neuesten Werbespot des Social‑Media‑Riesen beginnt das Bild in Schwarz‑Weiß mit einem wachsamen Auge, das die Flut panischer Schlagzeilen über Künstliche Intelligenz aufnimmt. Während ein Voice‑Over die gängige Angst verbreitet, dass KI Arbeitsplätze vernichten, Menschen isolieren und globale Krisen auslösen könnte, wird plötzlich ein farbenfrohes Kaleidoskop aus lachenden Gesichtern, tanzenden Paaren und spielenden Kindern gezeigt.
\nDer optimistische Slogan
\n„Call us optimists … The future is for everyone“, lautet die Botschaft, die Meta zusammen mit einer Vision von einer inklusiven, von Technologie beflügelten Zukunft präsentiert. Der Slogan klingt nach einer klaren Gegenposition zu den düsteren Prognosen, die in den Medien häufig zu finden sind.
\nEin überraschender Soundtrack
\nDer eigentliche Knackpunkt des Spots liegt jedoch in der musikalischen Untermalung: David Bowies Song „Five Years“. Wer den Track kennt, weiß, dass er von einer apokalyptischen Ankündigung handelt, dass die Erde in fünf Jahren dem Untergang geweiht ist. Die Zeilen, die im Werbefilm verwendet werden, wiederholen das Wort „people“ – ein cleveres, aber irreführendes Detail, das den eigentlichen Kontext verschleiert.
\nWarum das ein Widerspruch ist
\nDie Wahl einer Melodie, die von einer bevorstehenden menschlichen Auslöschung singt, wirkt im Kontrast zu Metas Versprechen, dass KI das Leben aller verbessern wird. Während das Bild von glücklichen Menschen Hoffnung ausstrahlt, erinnert der Text des Songs an ein bedrückendes Szenario, in dem „wir fünf Jahre zum Weinen haben“.
\nMeta’s offizielle Stellungnahme
\nCEO Mark Zuckerberg schrieb zum Spot: „Meta glaubt daran, Menschen die Macht zu geben, zu teilen, zu verbinden und ihre Welt zu gestalten. Mit KI setzen wir diesen Ansatz fort.“ Die Aussage klingt ambitioniert, lässt jedoch die Diskrepanz zwischen Botschaft und musikalischer Untermalung unberücksichtigt.
\nEin Muster in der Tech‑Industrie
\nMeta ist nicht das erste Unternehmen, das dystopische Narrative neben optimistischen Werbebotschaften nutzt. Oculus verteilte früher „Ready Player One“ an neue Mitarbeitende, OpenAI‑Chef Sam Altman zitierte den Film „Her“, und Palantir trägt den Namen einer allsehenden Kugel aus „Der Herr der Ringe“. Diese Beispiele zeigen, dass Technologie‑Giganten häufig kulturelle Referenzen aus Science‑Fiction und Fantasy heranziehen, um ihre Visionen zu untermauern – manchmal jedoch ohne kritische Reflexion.
\nDer Spot wirft die Frage auf, ob die Werbebranche künftig sensibler mit der Auswahl von Soundtracks umgehen wird, die tiefere, potenziell beunruhigende Bedeutungen tragen. Für die Zuschauer bleibt das Bild von strahlenden Gesichtern, während im Hintergrund ein Lied über das Ende der Welt leise weiterklingt.
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