Warum Pre‑Seed‑Finanzierung ohne fertiges Produkt realistisch ist
Im Zuge der rasanten KI‑Entwicklung können Gründer ihre Idee schneller als je zuvor prototypisch umsetzen. Dennoch bleibt die Frage, ob Investoren bereit sind, Geld in ein Unternehmen zu stecken, das noch keinen greifbaren Prototyp vorweisen kann. Der aktuelle Trend zeigt, dass viele Kapitalgeber vor allem das Potenzial der Vision und die Überzeugungskraft des Teams bewerten.
Der Druck durch KI‑Startups
KI‑Startups erhalten enorme Summen in der Seed‑Phase, wodurch die Messlatte für alle anderen Gründer höher wird. Das bedeutet, dass selbst Pre‑Seed‑Bewerber oft mit den Erwartungen von Seed‑Investoren konfrontiert werden. In diesem Umfeld ist ein starkes Narrativ entscheidend, um das Interesse von Kapitalgebern zu wecken.
Das Disrupt‑2026‑Panel: „Winning Pre‑Seed Without a Product“
Im Rahmen des Builders Stage auf der TechCrunch Disrupt 2026 in San Francisco diskutieren drei erfahrene Investoren, wie man ohne fertiges Produkt überzeugend auftritt. Die Session richtet sich an Gründer, die eine klare Vision besitzen, aber noch keinen funktionierenden Prototypen zeigen können.
Sandhya Venkatachalam – Axiom Partners
Als Gründerin und Managing Partner von Axiom Partners bringt Venkatachalam tiefes Know‑how aus erfolgreichen Exits mit. Ihr Fonds von 52 Millionen Dollar fokussiert sich auf KI‑Projekte, die reale Verbesserungen erzielen. Sie hat früh in Unternehmen wie Groq, GalileoAI und FirefliesAI investiert, die später zu Unicorns oder Akquisitionen wurden. Venkatachalam betont, dass Investoren vor allem nach einem klaren Marktproblem und einer überzeugenden Story suchen.
Puneet Agarwal – True Ventures
Agarwal ist seit 2008 bei True Ventures aktiv und hat das Portfolio durch zahlreiche Unternehmens‑ und Infrastruktur‑Transformationen im KI‑Zeitalter erweitert. Mit über 500 Partnerunternehmen und mehr als 60 erfolgreichen Exits kennt er die Kriterien, die VCs bei frühen Finanzierungsrunden anlegen. Sein Rat: Zeige, dass dein Team die Fähigkeit besitzt, das Konzept in ein marktfähiges Produkt zu überführen, selbst wenn das Produkt noch nicht existiert.
Austin Clements – Slauson & Co.
Clements leitet ein kleineres, aber hoch engagiertes Unternehmen, das wirtschaftliche Inklusion und die Stärkung kleiner Unternehmen fördert. Durch einen eigens eingerichteten Accelerator unterstützt er Gründer aus unterrepräsentierten Gruppen. Er hebt hervor, dass Diversität und ein inklusives Netzwerk zusätzliche Türen zu Kapital öffnen können.
Praktische Tipps aus der Diskussion
Die Panelisten einigten sich auf mehrere Kernstrategien: Erstens, entwickle ein überzeugendes Storytelling, das das Problem, die Zielgruppe und die mögliche Lösung klar darstellt. Zweitens, baue ein starkes Gründer‑Team auf, das komplementäre Fähigkeiten vereint. Drittens, nutze vorhandene Ressourcen – wie Open‑Source‑Modelle oder Partnernetzwerke – um den Entwicklungsprozess zu beschleunigen. Viertens, zeige frühe Kunden‑ oder Nutzer‑Interaktionen, um das Marktinteresse zu belegen.
Wie Sie an der Session teilnehmen können
Die Veranstaltung findet vom 13. bis 15. Oktober 2026 im Moscone West in San Francisco statt. Tickets sind noch zu den besten Preisen des Jahres erhältlich. Neben dem Panel gibt es Workshops zu operativen Entscheidungen, Go‑to‑Market‑Strategien und weiteren relevanten Themen für Gründer in der Frühphase.