Honda setzt neue Segel im Energie‑Speicher‑Business

Der japanische Fahrzeughersteller hat in dieser Woche die Produktion von Batteriezellen für stationäre Energiespeichersysteme aufgenommen. Der Schritt markiert den jüngsten Einstieg eines Traditions‑OEMs in den boomenden Markt für Stromspeicher, nachdem das Unternehmen seine US‑EV‑Programme eingestellt hatte.

Von der Fahrzeugbatterie zum Datenzentrums‑Energieversorger

Ursprünglich sollten die Zellen in einer gemeinsamen Fabrik mit LG Energy Solution in Ohio die elektrischen Antriebe zukünftiger Honda‑Modelle antreiben. Stattdessen fließen die Akkus nun in Batteriespeicher, die vor allem Rechenzentren mit zuverlässiger Energieversorgung sichern. Die Entscheidung fiel in einer Phase, in der die Nachfrage nach Elektroautos in den USA wegen Wegfalls der Bundessteuergutschriften stark rückläufig war.

Warum die Umstellung?

Die Abschaffung der US‑Steueranreize hat die Kaufbereitschaft für E‑Fahrzeuge verringert; viele Kunden zogen ihre Anschaffungen vor und warteten nun auf neue Förderungen. Gleichzeitig meldete Honda im vergangenen Geschäftsjahr einen Abschreibungsaufwand von 15,7 Milliarden Dollar, um die gescheiterten EV‑Pläne umzustrukturieren. Der schwache Markt in China trug ebenfalls zu den Verlusten bei.

Stationäre Speicher boomen

Laut einer Analyse von SEIA und Benchmark Minerals wuchs der globale Markt für stationäre Batteriespeicher im vergangenen Jahr um 32 %. Allein im ersten Quartal 2024 wurden 9,7 Gigawatt‑Stunden Speicheranlagen installiert – das entspricht der Batteriekapazität von rund 120 000 Elektroautos. Experten prognostizieren, dass bis 2030 jährlich etwa 110 Gigawatt‑Stunden Speicher in Betrieb gehen werden, fast das Dreifache des heutigen Volumens.

Profitabilität und Strategiewandel

Die Margen im Speichersegment übertreffen die im Automobilbereich deutlich. Tesla erzielt mit seinen Megapacks und Powerwalls rund 30 % Bruttogewinn, fast doppelt so viel wie bei Fahrzeugen. Honda sieht in diesem Trend eine Chance, das Joint‑Venture mit LG Energy Solution beizubehalten und gleichzeitig vom sinkenden Batteriep­Preis zu profitieren. Durch den Anschluss an das Stromnetz stabilisieren die Speicher nicht nur Rechenzentren, sondern unterstützen auch die Integration von Wind‑ und Solarkraftwerken.

Ein Blick in die Zukunft

Obwohl das Unternehmen seine US‑EV‑Strategie noch nicht endgültig definiert hat, zeigt die aktuelle Ausrichtung, dass Honda die Energiewende aktiv mitgestalten will – sei es durch Fahrzeugantriebe oder durch großflächige Stromspeicher. Der Fokus auf Datenzentren unterstreicht, dass digitale Infrastruktur und grüne Energie zunehmend Hand in Hand gehen.

Source: https://techcrunch.com/2026/07/01/even-honda-is-pivoting-to-data-centers/

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