Ein gigantischer Funding‑Round für physische KI
Das von Jeff Bezos und dem ehemaligen Verily‑Mitbegründer Vik Bajaj initiierte Startup Prometheus hat in seiner zweiten Finanzierungsrunde beachtliche 12 Milliarden US‑Dollar eingesammelt und erreicht damit eine Bewertung von rund 41 Milliarden Dollar. Die Beteiligung kam von namhaften Investoren wie JPMorgan Chase, Goldman Sachs und BlackRock – neben Bezos selbst. Damit verdoppelt sich das Kapital seit dem Start im letzten Jahr, als das Unternehmen bereits 6,2 Milliarden Dollar erhielt.
Was ist ein „Artificial General Engineer“?
Prometheus arbeitet an einem sogenannten „Artificial General Engineer“ (AGE). Dieses Konzept beschreibt eine Software, die in der Lage sein soll, den gesamten Entwicklungs‑ und Fertigungsprozess komplexer physischer Systeme zu automatisieren – von Jet‑Triebwerken über Fahrzeugkomponenten bis hin zu neuartigen Wirkstoffen. Die Vision ist, große Teile der Ingenieurtätigkeit durch KI zu ersetzen und gleichzeitig die Produktivität dramatisch zu steigern.
Bezos‘ Blick auf die Arbeitswelt
Jeff Bezos bezeichnet die durch KI erzeugte Produktivitätssteigerung als "Laborknappheit" – ein Szenario, in dem die Nachfrage nach menschlicher Arbeit das vorhandene Angebot übersteigt. Im Gegensatz zu vielen Experten, die massive Jobverluste prognostizieren, sieht Bezos die Entwicklung eher als Chance für höhere Lebensstandards. Er erklärt, dass in Zukunft mehr Haushalte von einem einzigen Verdiener profitieren könnten, weil Überschussproduktivität den Wohlstand insgesamt anhebt.
Technische Infrastruktur und Personal
Prometheus beschäftigt aktuell rund 150 Mitarbeitende, verteilt auf Büros in San Francisco, London und Zürich. Ein erheblicher Teil des neu eingesammelten Kapitals soll in leistungsstarke Rechenressourcen fließen, die nötig sind, um die enormen Datenmengen zu verarbeiten, die ein solches System erfordert. Trotz der Größe des Teams hält das Unternehmen die Details seiner bereits entwickelten Prototypen weitgehend geheim.
Der Trend zu physischer KI
Der Erfolg von Prometheus spiegelt einen wachsenden Trend wider: Venture‑Capital‑Geld fließt immer häufiger in KI‑Unternehmen, die sich nicht nur auf reine Software, sondern auf die Verknüpfung von KI mit der physischen Welt konzentrieren. Investoren argumentieren, dass solche Unternehmen besser vor Konkurrenz geschützt sind, weil die Gestaltung realer Produkte natürliche Eintrittsbarrieren schafft – ein sogenannter „Moat“, den reiner Code nicht bieten kann.