Durchbruch in der Brustkrebs‑Früherkennung

Ein internationales Forscherteam rund um das Karolinska‑Universitätskrankenhaus in Stockholm hat nachgewiesen, dass moderne KI‑Systeme subtile Muster in Mammographien erkennen können – und das bereits mehrere Jahre, bevor die Krankheit klinisch diagnostiziert wird.

Umfangreiche Datenbasis

Für die Analyse standen rund 89 000 Mammogramme von mehr als 31 000 Frauen zur Verfügung. Die Aufnahmen stammen aus einer schwedischen Screening‑Datenbank, wurden über einen Zeitraum von zehn Jahren gesammelt und anschließend anonymisiert, um den Datenschutz zu gewährleisten.

KI erkennt verborgene Signale

Drei kommerziell erhältliche KI‑Modelle wurden auf die Bilddaten angewendet. Sie bewerteten jedes Bild mit einem Risikoscore und identifizierten, ob die betreffende Patientin später an Brustkrebs erkrankte. Die Ergebnisse waren beeindruckend: In etwa 20 % der Fälle zeigte die KI bereits sechs Jahre vor der eigentlichen Diagnose erkennbare Anzeichen.

Mit einer Gesamtgenauigkeit von rund 90 % gelang es der Software, bei fast jeder fünften Frau Hinweise auf ein zukünftiges Tumorwachstum zu finden. Der Erkennungsgrad stieg, je näher das eigentliche Auftreten der Erkrankung rückte – vier Jahre vorher lag die Trefferquote bei 25,2 %, zwei Jahre vorher sogar bei fast 40 %.

Unterstützung für Radiologen, nicht Ersatz

Die Forscher betonen, dass die Technologie nicht die ärztliche Expertise ersetzen soll. Stattdessen bietet ein KI‑gestütztes Risikoscore‑System den Radiologen ein zusätzliches „zweites Auge“, das besonders feine Gewebeveränderungen sichtbar macht, die dem menschlichen Auge oft entgehen.

Durch die Integration dieser Scores können Ärztinnen und Ärzte Patientinnen mit erhöhtem Risiko gezielt für engere Kontrollen einplanen. So erhalten potenziell gefährdete Frauen frühzeitig weitere Bildgebungen, wodurch Tumoren in einem noch kleineren Stadium entdeckt und behandelt werden können.

Ausblick und Bedeutung für die Zukunft

Die Studie verdeutlicht, dass KI ein entscheidender Baustein für personalisierte Krebsvorsorge sein kann. Durch die längerfristige Auswertung von Screening‑Daten lassen sich Muster erkennen, die Aufschluss über die frühe Entstehung von malignen Zellen geben. Ziel ist es, die Überlebensraten zu steigern, indem Therapien sofort nach dem ersten Anzeichen eingeleitet werden.

Während die Technologie weiter reift, wird erwartet, dass immer mehr Kliniken weltweit KI‑gestützte Analysen in ihre Routinediagnostik integrieren – ein Schritt, der die Prävention von Brustkrebs nachhaltig verbessern könnte.

Source: https://scientias.nl/ai-ziet-borstkanker-al-jaren-van-tevoren-aankomen/

Related Articles