Einbruch in Microsofts Open‑Source‑Projekte

Im Juni 2026 wurde bekannt, dass zahlreiche Microsoft‑Repositories auf GitHub kompromittiert wurden. Angreifer haben in den Quellcode von Tools, die vor allem für die Entwicklung von KI‑Anwendungen genutzt werden, Schadsoftware eingeschleust. Die betroffenen Projekte reichen von Azure‑Dienstprogrammen über VS Code‑Erweiterungen bis hin zu Schnittstellen für Modelle wie Claude Code und Gemini.

Ausmaß der Attacke

Nach ersten Analysen von Cloudsmith und OpenSourceMalware waren mindestens siebzig Repositories deaktiviert. Beim Aufrufen einer Projektseite erschien die Meldung, dass der Zugriff wegen Verstoßes gegen die GitHub‑Nutzungsbedingungen gesperrt sei. Es ist noch unklar, wie viele Entwickler die manipulierten Pakete bereits heruntergeladen haben, doch das Potenzial, Passwörter und weitere Anmeldeinformationen zu exfiltrieren, ist erheblich.

Technische Details des Malware‑Einbruchs

Der eingeschleuste Code aktivierte sich, sobald die betroffenen Bibliotheken in einer KI‑Entwicklungsumgebung gestartet wurden. Er sammelte gespeicherte Zugangsdaten, verschlüsselte sie und übermittelte sie an eine vom Angreifer kontrollierte Server‑Infrastruktur. Auf diese Weise konnten Hacker Zugriff auf Cloud‑Konten, Datenbanken und sogar interne Microsoft‑Dienste erlangen.

Reaktion von Microsoft

Microsoft reagierte, indem es die betroffenen Repositories vorübergehend vom GitHub‑Server entfernte. Laut Sprecher Ben Hope wurden einige Projekte bereits nach einer internen Prüfung wiederhergestellt, während andere noch offline bleiben, bis alle Spuren der Schadsoftware beseitigt sind. Das Unternehmen informierte eine kleine Gruppe von Kunden, die die kompromittierten Pakete genutzt hatten, und versprach, bei Bedarf weitere Anweisungen zu geben.

Bedeutung für die Entwickler‑Community

Der Vorfall verdeutlicht erneut die Gefahr von Supply‑Chain‑Angriffen, bei denen Angreifer legitime Open‑Source‑Software als Einfalltor benutzen. Selbst ein Technologieriese wie Microsoft ist nicht immun gegen solche Bedrohungen, was die Notwendigkeit von strengeren Prüfungsprozessen und automatisierten Sicherheits‑Scans unterstreicht. Entwickler sollten künftig verstärkt auf Signaturen, Checksummen und unabhängige Code‑Audits setzen, um das Risiko zu minimieren.

Source: https://techcrunch.com/2026/06/08/microsofts-open-source-tools-were-hacked-to-steal-passwords-of-ai-developers/