Geschlechterverhältnis bei Rotrückenbussarden

Eine aktuelle Untersuchung, veröffentlicht im Journal of Raptor Research, enthüllt, dass männliche Jungvögel bei Rotrückenbussarden (Buteo lineatus) in der Regel die energieeffizientere Alternative für die Eltern darstellen. Männchen sind etwa ein Viertel leichter als Weibchen, wodurch ihr Aufzuchtbedarf deutlich geringer ist. Dennoch tendieren Elternpaare dazu, in besonders nährstoffreichen Gebieten häufiger Töchter auszubrüten.

Methodik und Untersuchungsgebiet

Das Forschungsteam verfolgte Nester im Süden von Ohio, USA, über einen Zeitraum von zwölf Jahren (2004‑2016). Dabei wurden sowohl abgelegene Waldgebiete als auch Vororte rund um Cincinnati einbezogen, um den Einfluss urbaner Lebensräume zu berücksichtigen. Das Geschlecht der Nestlinge wurde anhand von Gewicht, Beinform und Fußlänge bestimmt; bei einem Teil der Proben ergänzte eine DNA‑Analyse die Klassifizierung.

Ergebnisse: Mehr Weibchen in prooirreichen Territorien

Die Auswertungen zeigten deutlich, dass in Gebieten mit hoher Beutetierdichte der Anteil weiblicher Jungvögel signifikant steigt. In Gegenden mit knapper Nahrung dominierten hingegen die Männchen. Interessanterweise war die Wahrscheinlichkeit, ein Weibchen zu finden, am größten, wenn nur ein einzelnes Jungtier im Nest war. Zusätzlich nahm der Anteil der Männchen im Verlauf der Brutzeit zu, was auf saisonale Faktoren hindeutet.

Mögliche Erklärungsansätze

Forscher vermuten mehrere Gründe für dieses Muster. Erstens können Weibchen schneller mit der eigenen Fortpflanzung beginnen, was die elterliche Investition langfristig rentabler macht. Zweitens könnten Männchen in nährstoffarmen Bereichen überleben, weil ihr geringerer Energiebedarf ihnen einen Vorteil verschafft. Drittens könnte die Anwesenheit erfahrener Eltern in qualitativ hochwertigen Habitaten die Entscheidung für die Aufzucht von Weibchen begünstigen.

Implikationen für den Naturschutz

Da Bussarde an der Spitze der Nahrungskette stehen, spiegeln ihre Brutverhältnisse häufig den Zustand des Ökosystems wider. Ein hoher Anteil weiblicher Nachkommen könnte ein Indikator für ein funktionierendes, gut versorgtes Habitat sein. Umso wichtiger ist es, diese Raubvögel zu schützen und ihre Lebensräume zu erhalten, damit sie weiterhin als Barometer für die Umweltgesundheit dienen können.

Source: https://scientias.nl/deze-roofvogel-krijgt-vaker-dochters-als-er-in-een-leefgebied-meer-dan-genoeg-eten-te-vinden-is/