Ein verblüffendes Fossil aus dem Zeitalter der Dinosaurier

Wissenschaftler haben ein vollkommen neues Vogelmorphologie entdeckt, das die Vorstellung von frühesten Vögeln über den Haufen wirft. Das Tier, das sie Plumadraco bankoorum nannten – frei übersetzt „gefeierter Drache“ – lebte vor etwa 121 Millionen Jahren, also im späten Jura, lange bevor das Massenaussterben die Dinosaurier fast vollständig auslöschte. Trotz seiner geringen Körpergröße, vergleichbar mit einem heutigen Rotkehlchen, bestach es durch einen außergewöhnlich langen Schwanz: Die Schwanzfedern erreichten fast 30 cm, damit doppelt so lang wie der restliche Körper.

Warum ein so spektakuläres Merkmal?

Der leitende Forscher Alex Clark, Doktorand am Field Museum und der University of Chicago, erklärt, dass diese extremen Federn höchstwahrscheinlich ein Produkt sexueller Selektion waren. In der heutigen Vogelwelt zeigen Männchen häufig auffällige Gefieder, um Weibchen zu beeindrucken. Wenn Federn in Relation zum Körper besonders überdimensioniert sind, deutet das fast immer auf ein Balzverhalten hin. Die Forscher gehen deshalb davon aus, dass die gefundenen Exemplare männlich waren und ihre lauten, flatternden Schwanzfedern während der Partnersuche eingesetzt haben.

Eine leuchtende Lichtshow im Jura

Die Struktur der Federn – steife Schaftbereiche und abgerundete Enden – lässt vermuten, dass sie beim Auf- und Abschwung ein flimmerndes Lichtspiel erzeugten. So könnte Plumadraco quasi eine natürliche Lichtshow inszeniert haben, um Aufmerksamkeit zu erregen. Moderne Analysen mittels tragbarer Massenspektrometrie deuten darauf hin, dass die Grundfarbe dunkelbraun oder schwarz gewesen sein könnte, während die Spitzen iridiszierende Schimmer in Blau‑ und Violetttönen aufweisen könnten. Solche Farben entstehen nicht durch Pigmente, sondern durch mikroskopische Strukturen, die das Licht brechen – ein Prinzip, das auch beim Pfau zu finden ist.

Ein Bindeglied zwischen Vogel und Dinosaurier

Obwohl Plumadraco eindeutig zu den Vögeln zählt, gehören Vögel als einzige überlebende Dinosaurier zur gleichen Stammgruppe. Das Fossil stellt damit ein faszinierendes Bindeglied dar, das zeigt, wie früh bereits komplexe Balzstrategien entwickelt wurden. Die Entdeckung unterstreicht, dass sexuelle Selektion ein uraltes Evolutionsmotor ist, das bereits im Zeitalter der Dinosaurier wirksam war.

Namensgebung und Ehrung

Der Name Plumadraco bankoorum ehrt das Ehepaar Winston und Paul Banko, die sich jahrzehntelang für die Ornithologie und den Naturschutz eingesetzt haben. Ihre Arbeit ermöglichte die Feldforschung, die letztlich zu diesem spektakulären Fund führte.

Die Erkenntnisse aus diesem Fund erweitern unser Bild von prähistorischen Ökosystemen: Neben den furchterregenden Dinosauriern spielten farbenprächtige und extravagante Vögel eine zentrale Rolle im Kampf um die Fortpflanzung.

Source: https://scientias.nl/zo-maak-je-indruk-in-het-dinotijdperk-deze-gevederde-draak-had-een-absurd-lange-staart/

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