Koalas im Kampf gegen steigende Temperaturen

Die niedlichen Beuteltiere, die wir meist mit Eukalyptus und langsamen Bewegungen verbinden, stehen vor einer bislang unterschätzten Gefahr: Hitzestress. Während lange Zeit der Verlust von Lebensräumen, Trockenperioden und Krankheiten wie Chlamydien im Fokus der Forschung standen, zeigt eine neue Studie, dass bereits ein leichter Anstieg der Tageshöchsttemperatur das Überleben der Tiere stark beeinflussen kann.

Ein unterschätztes Risiko

Bislang galten moderate Warmtage‑Spitzen als ungefährlich für Koalas, weil sie über natürliche Anpassungsmechanismen verfügen. Jetzt belegen Daten von fast 12.000 geretteten Koalas aus dem Zeitraum 2000 bis 2022, dass das Sterberisiko sprunghaft ansteigt, sobald die mittlere Maximaltemperatur einer Sieben‑Tage‑Periode 27 °C überschreitet. Bei 30 °C ist die Wahrscheinlichkeit zu sterben, etwa 1,5‑ bis 3,5‑mal höher als bei 25 °C.

Studie der University of Sydney

Forscherinnen und Forscher der University of Sydney verknüpften die Aufnahmeprotokolle von Tierauffangstationen in New South Wales mit den jeweiligen Klimadaten des Fundorts. Die Analyse machte deutlich, dass erwachsene Koalas besonders empfindlich auf kurzzeitige Hitzeperioden reagieren, während kranke Exemplare – vor allem solche mit Chlamydien – noch stärker gefährdet sind. Die Ergebnisse, veröffentlicht in *Biology Letters*, warnen, dass die ohnehin bereits stark dezimierte Population im Nordwesten von New South Wales, einst als „Koalahoofdstad“ bekannt, praktisch ausstirbt.

Wie Koalas der Hitze begegnen

Koalas besitzen mehrere Verhaltensstrategien, um Wärme zu entkommen: Sie suchen schattige Äste, rutschen tiefer in die Krone und drücken ihren Körper gegen kühle Baumstämme. Ihre langsame Stoffwechselrate erzeugt weniger Wärme, und ihre Nieren können Wasser sehr effizient zurückhalten. Doch diese Anpassungen reichen nur für kurzfristige Hitzeperioden. Bleibt die Temperatur über Tage hinweg erhöht, kann der Flüssigkeitshaushalt schnell aus dem Gleichgewicht geraten, und die Tiere ermüden, weil sie immer weiter nach Nahrung und Schatten suchen müssen.

Langfristige Folgen und Schutzmaßnahmen

Die Studie liefert wichtige Leitlinien für Retterinnen und Retter: Engmaschige Temperaturüberwachung, das Anlegen von Trinkwasserstellen und die Schaffung zusätzlicher Schattenspender können das Überleben in akuten Hitzewellen verbessern. Gleichzeitig bleibt das langfristige Ziel, die Lebensräume zu vergrößern – durch Wiederaufforstung, den Erhalt von Eukalyptuswäldern und die Verbesserung von Wasserinfrastrukturen. Forschende betonen zudem, dass das Phänomen nicht nur Koalas betrifft; viele andere Säugetiere in ähnlichen Klimazonen könnten durch dieselben Temperaturgrenzen bedroht sein.

Source: https://scientias.nl/de-koala-heeft-een-nieuw-probleem-gewone-warme-dagen/

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