Ein neues Kapitel für Gruppenreisen
Das in Mailand ansässige Startup WeRoad hat in einer Serie‑C‑Runde 58 Millionen US‑Dollar von Airbnb und weiteren Investoren eingesammelt. Das Kapital bringt das bisherige Finanzvolumen des Unternehmens auf rund 100 Millionen und bildet den Grundstein für den ersten Markteintritt außerhalb Europas – konkret in Austin, Texas.
Warum Airbnb investiert
Airbnb sieht in WeRoad mehr als nur ein weiteres Buchungsportal. Die Plattform verbindet das Prinzip einer Reisebuchung mit den Dynamiken eines sozialen Netzwerks und ermöglicht reale Begegnungen. Dieser „IRL‑Economy“-Ansatz – also das Monetarisieren von Offline‑Interaktionen – passt zu einer wachsenden Zahl von Gründungen, die bewusst Bildschirmzeit reduzieren und reale Gemeinschaften stärken wollen.
Die Idee hinter WeRoad
Die Gründer Paolo De Nadai, Fabio Bin und Erika De Santi starteten das Projekt aus einer persönlichen Not heraus: Nach dem Studium fällt es vielen jungen Erwachsenen schwer, gleichgesinnte Reisepartner zu finden. Traditionelle Gruppenreisen boten zwar professionelle Guides, doch die Altersmix‑ und Interessensdifferenz führte selten zu echten Freundschaften. Aus diesem Grund entwickelte WeRoad Reisen, die nach gemeinsamen Hobbys, kulturellen Referenzen und Reisestilen zusammengestellt werden.
Wie die Trips funktionieren
Interessierte buchen über die Plattform themenbasierte Touren – von Strandurlauben über Skireisen bis hin zu kulinarischen Entdeckungstouren. Vorab werden alle Teilnehmenden in einer WhatsApp‑Gruppe zusammengeführt, die von einem sogenannten „Group Leader“ moderiert wird. Diese Leiter sind meist im gleichen Alter wie die Reisenden, besitzen umfangreiche Reiseerfahrung und vor allem ausgeprägte Soft‑Skills, um Spannungen zu lösen und das Gruppengefühl zu stärken.
Ein typischer Aufenthalt dauert zehn bis zwölf Tage, wobei kürzere Wochenend‑Formate für Erstbucher angeboten werden. Laut WeRoad entscheiden sich etwa 60 % der Kunden für ein weiteres Abenteuer, was die Bindung an die Marke deutlich erhöht.
Ausbau über das Reisen hinaus
Im Jahr 2025 lancierte WeRoad die App WeMeet, die lokale Treffen wie Dinner‑Events, Wanderungen, Yoga‑Sessions oder Brettspielabende organisiert. Über 50 000 Nutzer haben bereits an solchen Aktivitäten teilgenommen, was das Konzept weiter als Teil einer umfassenden „In‑Real‑Life“-Strategie verankert.
Mit dem frischen Kapital plant das Unternehmen, seine Präsenz in den USA schnell auszubauen, lokale Partner zu gewinnen und das Angebot von WeMeet zu skalieren. Der Schritt markiert einen bedeutenden Meilenstein für ein Startup, das seine Vision, digitale Buchungen mit zwischenmenschlicher Verbindung zu verschmelzen, konsequent verfolgt.