Ein Überblick über Wonder Create
Marc Lore, der Gründer mehrerer erfolgreicher E‑Commerce‑Unternehmen, will mit seiner neuen Plattform Wonder die Gastronomie demokratisieren. Das Kernprojekt „Wonder Create“ verspricht, dass jeder – vom Food‑Blogger bis zum Fitness‑Trainer – in weniger als einer Minute ein komplett ausgestaltetes Restaurantkonzept erhalten kann.
Wie funktioniert die KI?
Der Prozess ähnelt einem Shopify‑Frontend, das mit einem KI‑Prompt gesteuert wird. Der Nutzer tippt einfach ein paar Stichworte ein, etwa „vegane Bowl mit mexikanischem Twist“. Die KI generiert daraufhin Namen, Logo, Beschreibung, Preisstruktur, Nährwertangaben und sämtliche Rezepte. Wer mit dem Ergebnis nicht zufrieden ist, kann den Prompt anpassen, bis das Konzept den eigenen Vorstellungen entspricht. Sobald das Design fertig ist, wird das virtuelle Restaurant automatisch in das Netzwerk von Wonder eingespielt.
Die futuristische Küche
Wunders Küchen sind keine klassischen Gasträume, sondern „programmierbare Kochplattformen“. Jeder Standort verfügt über ein Bibliothek von rund 700 Zutaten und ist mit Förderbändern, robotischen Armen und anderen automatisierten Geräten ausgestattet. Durch den jüngsten Kauf von Spice Robotics kann die Anlage nun sogar über 80 % aller gängigen Saucen eigenständig herstellen. Aktuell betreibt das Unternehmen 120 solcher Küchen, die bis zum nächsten Jahr auf etwa 400 anwachsen sollen.
Die Robotik soll nicht die Belegschaft ersetzen, sondern die Produktionskapazität erhöhen. Mit zwölf Mitarbeitenden schafft jede Küche bereits sieben Millionen Portionen pro Jahr; das Ziel für 2035 liegt bei 20 Millionen Portionen aus nur 2 500 Quadratfuß und sogar 1 000 unterschiedlichen Restaurantmarken, die gleichzeitig betrieben werden können.
Mehr als nur ein Food‑Startup
Wonder Create eröffnet zahlreiche neue Anwendungsfelder: Influencer könnten ihre Followerschaft mit einer eigenen Marken‑Bowls bedienen, gemeinnützige Organisationen könnten kulinarische Aktionen starten, oder Filmstudios wie Disney könnten Begleitmenüs zu neuen Filmen anbieten. Ebenso lässt sich das System als Testumgebung für etablierte Gastronomen nutzen, die neue Gerichte im kleinen Rahmen prüfen, bevor sie in ihren physischen Lokalen erscheinen.
Ob das Geschäftsmodell langfristig Bestand hat, bleibt abzuwarten. Das Konzept ähnelt den Ghost‑Kitchens, die Anfang der 2020er Jahre sowohl Höhen als auch Tiefen erlebten. Dennoch verspricht die Kombination aus KI‑Design und vollautomatisierter Produktion ein bislang unbeachtetes Potenzial, das die Art und Weise, wie wir essen und Restaurants betreiben, grundlegend verändern könnte.
Source: https://techcrunch.com/2026/05/05/marc-lore-says-that-ai-will-soon-enable-anyone-open-a-restaurant/