NSA greift auf Anthropic‑Mythos zu
Ein neuer Bericht von Axios deckt auf, dass die National Security Agency (NSA) angeblich Zugriff auf Mythos Preview hat – das streng geheime KI‑Modell von Anthropic, das bisher nicht öffentlich freigegeben wurde. Das Modell, das eigens für anspruchsvolle Cyber‑Sicherheitsaufgaben konzipiert wurde, gilt als so leistungsstark, dass Anthropic die Veröffentlichung aus Sorge um mögliche missbräuchliche Nutzung zurückhält.
Hintergrund des Streits zwischen Pentagon und Anthropic
Der Konflikt begann, als das Verteidigungsministerium (DoD) Anthropic als potenzielles "Supply‑Chain‑Risk" einstuft. Grund dafür war die Weigerung des Unternehmens, dem Pentagon uneingeschränkten Zugriff auf die vollen Funktionen des Modells zu gewähren. Insbesondere wollte das Pentagon Claude für breit angelegte Inlandsüberwachung und die Entwicklung autonomer Waffensysteme einsetzen – ein Vorstoß, den Anthropic ablehnte.
Wie die NSA das Modell einsetzt
Laut den vorliegenden Informationen nutzt die NSA Mythos hauptsächlich, um IT‑Umgebungen nach verwundbaren Stellen abzusuchen. Das KI‑System soll potenzielle Schwachstellen identifizieren, bevor feindliche Akteure sie ausnutzen können. Neben der NSA haben auch das britische AI Security Institute und weitere, bislang nicht benannte Organisationen Zugang zu dem Tool erhalten. Insgesamt dürfen rund 40 Partner auf Mythos zurückgreifen – von denen Anthropic öffentlich nur ein Dutzend namentlich nennt.
Politische Spannungen und mögliche Entspannung
Interessanterweise scheint sich das Verhältnis zwischen Anthropic und der US‑Regierung zu lockern. Dario Amodei, CEO von Anthropic, traf kürzlich mit White‑House‑Stabschefin Susie Wiles sowie dem Finanzminister Scott Bessent zusammen. Die Medien berichten über ein "produktives" Gespräch, das möglicherweise die Grundlage für zukünftige Kooperationen legt.
Reaktionen und Ausblick
TechCrunch hat die NSA um eine Stellungnahme gebeten, erhielt jedoch bislang keine Antwort. Anthropic selbst blieb stumm. Beobachter vermuten, dass die Regierung trotz öffentlicher Kritik weiter auf die Technologie setzen wird, um kritische Infrastrukturen zu schützen. Gleichzeitig könnte der Streit um den Zugang zu KI‑Modellen langfristig regulatorische Rahmenbedingungen für den Umgang mit fortgeschrittener künstlicher Intelligenz prägen.