Ein Jubiläum mit neuem Bildmaterial

Vor 36 Jahren wurde die Raumfahrt­sonde Discovery eingesetzt, um das Hubble-Weltraumteleskop in die Erdumlaufbahn zu bringen. Um dieses außergewöhnliche Jubiläum zu würdigen, veröffentlichte NASA/ESA ein brandaktuelles Bild der bekannten Trifidnebel (Messier 20). Das neue Foto, aufgenommen mit der Wide‑Field‑Camera 3 (WFC3), demonstriert nicht nur die anhaltende Schärfe des Instruments, sondern offenbart auch, wie schnell sich Strukturen in einer Sternentstehungs‑Region auf menschlichen Zeitskalen verändern.

Ein kosmisches Laboratorium im Detail

Die Trifidnebel liegt etwa 5.200 Lichtjahre entfernt im Sternbild Schütze. Sie vereint drei verschiedene Nebeltypen: eine Emissions‑, eine Reflexions‑ und eine sehr dichte Dunkelnebel‑Komponente. Im neuen Bild erscheinen die oben‑linken Bereiche leuchtend blau, da dort kaum Staub die intensiven UV‑Strahlen massereicher Jungsterne abblockt. Im Zentrum dominiert eine rötlich‑braune, zitronenförmige Struktur, die liebevoll „Cosmic Sea Lemon“ genannt wird. Dunkle, braune Schleier aus Staub winden sich von rechts nach links, während die rechte Unterseite fast völlig lichtundurchlässig wirkt.

Bewegung sichtbar – Jet HH 399

Ein besonders faszinierender Aspekt ist der Stamm‑Jet HH 399, der bereits 1997 von Hubbles Vorgängerkamera Wide‑Field‑and‑Planetary‑Camera 2 abgelichtet wurde. Der aktuelle Schnappschuss zeigt, dass das Ende dieses plasma­reichen Strahls in den vergangenen 29 Jahren messbar verschoben ist. Diese Verschiebung ermöglicht Astronomen, die Ausstoß‑geschwindigkeit und die energetische Wirkung des noch wachsenden Protosterns exakt zu bestimmen. Zusätzlich lassen sich im neuen Bild weitere, bislang verdeckte Gegen‑Jets erkennen, die tief im Staub verborgen sind und in leuchtenden Orange‑ und Rottönen hervortreten.

Ein Blick in die Zukunft

Die jüngste Aufnahme der Trifidnebel wurde parallel zu einem großformatigen Bild der Vera‑C. Rubin‑Observatorium veröffentlicht, das das gesamte Sternentstehungs‑Komplex um die Lagunen‑Nebelfelder kartiert. Während Rubin das weite Bild liefert, fokussiert Hubble auf die kleinräumigen, dynamischen Prozesse, die das astronomische Labor am Leben erhalten. Die Kombination beider Perspektiven eröffnet ein bislang unerreichtes Verständnis davon, wie Sterne geboren werden und gleichzeitig ihre Umgebung wieder zerstören.

Source: https://scientias.nl/hubble-viert-36-jaar-met-een-spectaculaire-blik-op-de-veranderlijke-trifidnevel/

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