FAA ordnet Untersuchung nach New‑Glenn Fehlstart an
Die US-amerikanische Federal Aviation Administration (FAA) hat Blue Origin angewiesen, eine umfassende Analyse des Fehlers im Oberstufen‑Triebwerk der New‑Glenn-Rakete durchzuführen. Die Anordnung bedeutet, dass das Unternehmen die betroffene Trägerrakete bis zum Abschluss der Untersuchung nicht erneut einsetzen kann. Dieses Vorgehen dürfte die ambitionierten Pläne von Blue Origin für das laufende Jahr erheblich beeinträchtigen.
Details des gescheiterten dritten Starts
Am Sonntag startete die dritte New‑Glenn-Mission vom Westufer Kaliforniens. Die Anfangsphase verlief erfolgreich: Die Booster‑Stufe wurde zum ersten Mal wiederverwendet und anschließend sicher auf einem schwimmenden Drohnenschiff gelandet – ein Meilenstein, der Blue Origin in die direkte Konkurrenz zu SpaceX bringt. Doch nach der Trennung von der zweiten Stufe trat ein kritischer Defekt auf. Der Oberstufen‑Motor erzeugte offenbar nicht genug Schub, sodass das Zielorbit nicht erreicht wurde.
Folgen für den Kunden AST SpaceMobile
Der eigentliche Auftrag beinhaltete die Auslieferung eines Kommunikationssatelliten für AST SpaceMobile. Da die Umlaufbahn zu niedrig lag, erklärte das Unternehmen das Nutzlastobjekt für verloren und ließ es kontrolliert verglühen. Glücklicherweise sorgt eine Versicherung dafür, dass die finanziellen Verluste gedeckt sind. AST SpaceMobile weist zudem darauf hin, dass weitere Satelliten kurz vor der Fertigstellung stehen und in den kommenden Wochen starten könnten. Die Aktie des Unternehmens fiel kurz nach dem Vorfall um mehr als zehn Prozent, erholte sich jedoch leicht.
Strategische Auswirkungen auf Blue Origin
Der Vorfall hat nicht nur kommerzielle Konsequenzen. Blue Origin arbeitet parallel an einem Mondlandevehikel, das im Rahmen der NASA‑ und US‑Regierungsprogramme zum Menschenlauf zum Mond beitragen soll. Zudem strebt das Unternehmen die Zertifizierung der New‑Glenn für nationale Sicherheitsmissionen durch die US Space Force an – ein Prozess, der jetzt weiter verzögert werden könnte, weil die Behörde bislang keine Stellungnahme abgegeben hat.
Ausblick und mögliche Szenarien
Je nach Länge der Untersuchung könnte Blue Origin bis zu zwölf geplante Starts für das Jahr nicht durchführen. CEO Dave Limp vermutet, dass ein einzelner Oberstufen‑Motor nicht die erforderliche Leistung erbracht hat, betont jedoch, dass das Unternehmen bereits an Maßnahmen arbeitet, um ähnliche Probleme künftig zu vermeiden. Die Branche beobachtet genau, wie schnell sich Blue Origin erholt, da die Fähigkeit zur Wiederverwendung von Raketenteilen ein entscheidender Wettbewerbsvorteil ist.
Source: https://techcrunch.com/2026/04/20/faa-orders-investigation-into-blue-origins-new-glenn-mishap/