Ein neuer Ansatz für soziale Verbindungen
Im Frühjahr 2026 präsentierten zwei Yale‑Studenten ein ambitioniertes Projekt: Series, ein KI‑gestütztes Netzwerk, das ausschließlich über iMessage funktioniert. Statt einer klassischen App lassen Nutzer einfach eine Handynummer per Nachricht an ihren Chat‑Partner senden, um ein persönliches Profil zu hinterlegen und ihre gewünschten Kontakte zu definieren. Das System antwortet dann mit einer sogenannten “Share”, also einem Karussell aus zehn Bildern, die potenzielle Gesprächspartner zeigen.
Wie das Matching funktioniert
Jedes Karussell‑Element enthält das Foto des Interessenten, eine kurze Beschreibung des Anliegens und einen direkten „Press‑and‑Hold“-Button. Durch langes Drücken wird ein privater Dialog im gleichen KI‑Channel eröffnet, ohne dass die privaten Telefonnummern preisgegeben werden. So entsteht ein sicherer, anonymisierter Raum für erste Begegnungen, der vor allem für Studierende und junge Berufstätige attraktiv ist.
Finanzierung und Unterstützer
Im März 2025 startete das Gründerduo, bestehend aus Nathaneo Johnson und Sean Hargrow, die Fundraising‑Phase. Die Bemühungen wurden rasch belohnt: Ein Pre‑Seed‑Rundschreiben in Höhe von 5,1 Millionen US‑Dollar wurde von namhaften Investoren zugespritzt, darunter Iqram Magdon‑Ismail, Mitbegründer von Venmo, Pear VC, Reddit‑Chef Steve Huffman und Edward Tian, Schöpfer von GPTZero. Die Beteiligung solch profilierter Geldgeber signalisiert nicht nur Vertrauen, sondern verleiht dem Startup auch Zugang zu wertvollen Netzwerken und strategischer Expertise.
Der Wandel von UI zu Conversational Interfaces
Johnson beschreibt die aktuelle technologische Entwicklung als Übergang von herkömmlichen Benutzeroberflächen hin zu Konversations‑Interfaces. Ähnlich wie die Suche von Google von einer reinen Ergebnisliste zu interaktiven Dialogen mit ChatGPT übergegangen ist, soll Series den Kommunikationsfluss vereinfachen: Statt endlos zu scrollen, können Nutzer in natürlicher Sprache mit einer KI‑Instanz interagieren, die passende Kontakte vorschlägt.
Entstehungsgeschichte und Vision
Die beiden Gründer lernten sich im Rahmen des Yale Entrepreneurial Society Podcasts kennen. Durch Interviews mit erfahrenen CEOs erkannten sie frühzeitig den Wert von „warm connections“ – also persönlichen, aber dennoch skalierbaren Beziehungen. In einem nächtlichen Brainstorming entwickelten sie das Konzept, KI als Bindeglied zu nutzen und innerhalb weniger Tage einen viralen Trailer zu produzieren, der schließlich den ersten Investor anzog.
Ausblick und Zielgruppe
Obwohl Series zunächst im Campus‑Umfeld testete, hat das Team die Reichweite bereits über die Uni‑Grenzen hinaus ausgedehnt. Der Fokus liegt weiterhin auf Generation Z und jungen Fachkräften, die nach effizienten, datenschutzfreundlichen Netzwerkmöglichkeiten suchen. Mit dem frischen Kapital plant das Startup die Erweiterung des Teams, die Optimierung der Matching‑Algorithmen und die Skalierung auf weitere Messaging‑Plattformen.