Apple greift Cal AI erneut an
Die kalifornische Kalorienzähler‑App Cal AI, die ursprünglich von zwei Jugendlichen gegründet und später von MyFitnessPal übernommen wurde, war nur kurzzeitig aus dem App Store verschwunden – und das aus gutem Grund. Apple erklärte, dass mehrere Verstöße gegen die strikten App‑Store‑Richtlinien vorlagen, insbesondere die Umgehung des obligatorischen In‑App‑Purchase‑Systems (IAP) und der Einsatz von irreführenden Zahlungsmechanismen.
Warum die App gesperrt wurde
Nach Angaben von Apple wurde das Zahlungsmodell von Cal AI über den Drittanbieter Stripe abgewickelt. Dabei fehlte die Möglichkeit, Apples eigenen IAP‑Mechanismus zu nutzen, obwohl die Vorgaben klar verlangen, dass Entwickler in den USA zumindest eine Verlinkung zu Apples IAP anbieten müssen. Die App ignorierte diese Pflicht völlig und stellte stattdessen ausschließlich externe Zahlungen bereit – ein klarer Verstoß gegen Guideline 3.1.1.
Zusätzlich kritisierte Apple die Gestaltung des Paywalls. Die wöchentliche Preisberechnung wurde deutlich hervorgehoben, während die eigentliche Abrechnungsmenge im Hintergrund verblieb. Ein verwirrender „Free‑Trial“-Schalter verschleierte zudem, dass das Abonnement automatisch verlängert wird. Diese Praktiken fielen unter Guideline 3.1.2c, die deceptive billing designs verbietet.
Manipulative Taktiken und Nutzerkritik
Apple wies weiter darauf hin, dass Cal AI Nutzer, die das erste Abonnementangebot ablehnten, mit einem zweiten, leicht veränderten Kauffluss erneut konfrontierte – ein Verhalten, das als manipulative Taktik (Guideline 5.6 des Developer Code of Conduct) eingestuft wurde. Zahlreiche negative Bewertungen im Store beschwerten sich über die Undurchsichtigkeit der Drittzahlungsoptionen und bezeichneten die App sogar als Betrug.
Reaktion des Entwicklers und Rückkehr in den Store
Nach der Ablehnung hat das Team hinter Cal AI schnell die beanstandeten Punkte behoben. Die App wurde wieder freigegeben und ist seitdem erneut im App Store verfügbar. MyFitnessPal und die Verantwortlichen von Cal AI haben auf Anfragen zu dem Vorfall bisher nicht reagiert.
Was das für die Entwicklerlandschaft bedeutet
Der Vorfall verdeutlicht, dass Apple trotz des durch das Epic‑Games‑Urteil gelockerten Rahmens weiterhin streng kontrolliert, wie externe Zahlungssysteme eingesetzt werden. Entwickler können zwar in den USA zu externen Links übergehen, doch das Angebot von Apples IAP muss parallel existieren. Das Beispiel Cal AI zeigt, dass Ausreißer nicht toleriert werden – selbst wenn potenzielle Einnahmen für Apple entfallen, steht die Durchsetzung der Richtlinien an erster Stelle.
Für Unternehmen, die mobile Apps im Gesundheits‑ oder Fitnessbereich anbieten, gilt es nun, sowohl die technischen als auch die gestaltenden Aspekte der Zahlungsflüsse exakt den Vorgaben anzupassen, um zukünftige Sperrungen zu vermeiden.
Source: https://techcrunch.com/2026/04/21/apples-cal-ai-crackdown-signals-its-still-policing-the-app-store/