Apple geht erneut vor den Obersten Gerichtshof

Der iPhone‑Hersteller bereitet sich darauf vor, seine Auseinandersetzung mit Epic Games vor den US‑Supreme Court zu tragen. In einem neuen Schriftsatz kündigte Apple an, dass es das oberste Gericht bitten will, einen weiteren Aspekt des langjährigen Rechtsstreits über die App‑Store‑Gebühren zu prüfen.

Rückblick: Der Ursprung des Konflikts

Der Streit begann 2020, als Epic Games in Fortnite eine Möglichkeit für externe Zahlungen einbaute, um Apples 30 %ige Provision zu umgehen. Das erstinstanzliche Urteil von 2021 stellte fest, dass Apple kein Monopol innehat, ordnete jedoch an, dass Entwickler Links zu externen Zahlungsoptionen setzen dürfen.

Apple legte Berufung ein, doch der Supreme Court lehnte die Anhörung ab, sodass das Urteil des Ninth‑Circuit‑Gerichts weiter galt. Daraufhin erlaubte Apple externe Zahlungen, verlangte jedoch von den Entwicklern, die eigene Zahlungsmethoden nutzten, eine Provision von 27 % – leicht unter dem üblichen Satz von 30 %.

Die neue gerichtliche Entwicklung

Epic Games argumentierte, dass die 27 %‑Gebühr gegen die gerichtliche Anordnung verstoße und Entwickler keinerlei Kostenvorteil bringe, da Zahlungsabwickler ohnehin eigene Gebühren erhebe. Das US‑Bezirksgericht für den Norden Kaliforniens erklärte Apple daraufhin für schuldig, gegen das Urteil verstoßen zu haben. Das Berufungsgericht bestätigte diese Entscheidung im Dezember 2025 und betonte, dass die reduzierte Gebühr den Zweck der Anordnung praktisch zunichte mache.

Apple beantragte eine erneute Verhandlung, die im März 2026 abgelehnt wurde. Da im Ninth Circuit keine weiteren Rechtsmittel mehr möglich sind, wendet sich das Unternehmen nun an den Supreme Court.

Was steht auf dem Spiel?

Will der Supreme Court den Fall annehmen, plant Apple, die rechtlichen Maßstäbe, die zur Verurteilung geführt haben, zu challengen. Das Unternehmen will darlegen, dass die 27 %‑Gebühr nicht ausschließlich für Zahlungsabwicklung, sondern für ein umfassendes Dienstleistungspaket – Hosting, Entdeckung, Software‑Tools und das gesamte App‑Store‑Ökosystem – berechnet werde.

Der Oberste Gerichtshof hatte bereits zuvor Apples Antrag zu einem anderen Aspekt des Streits zurückgewiesen. Es besteht daher das Risiko, dass auch dieser Antrag erneut abgelehnt wird, wodurch die Frage, welche Provisionen Apple für externe Zahlungen erheben darf, wieder an ein untergeordnetes Gericht zurückverwiesen würde.

Auswirkungen auf die Branche

Ein Endurteil könnte die Einnahmen von Apple aus dem App‑Store erheblich beeinflussen, besonders da Verbraucher zunehmend KI‑gesteuerte Assistenten nutzen. Epic Games beschuldigt Apple, weitere Verzögerungstaktiken einzusetzen, um die Festlegung dauerhafter Grenzen für sogenannte „Junk‑Fees“ zu verhindern.

Vertreterin von Epic Games, Natalie Munoz, betonte, dass nur wenige mutige Entwickler – darunter Spotify, Kindle und Patreon – bislang externe Zahlungsoptionen nutzen konnten. Sie versicherte, dass Epic weiterhin gegen Apples Praktiken vorgehen werde, um mehr Wettbewerb und niedrigere Preise für Endverbraucher zu erzielen.

Der Ausgang dieses Rechtsstreits wird nicht nur die zukünftige Preisstruktur des App‑Stores prägen, sondern könnte auch als Präzedenzfall für andere Plattformen dienen, die mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert sind.

Source: https://techcrunch.com/2026/04/06/apple-epic-games-lawsuit-supreme-court-appeal-app-store-commission/

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