Einführung in ElevenMusic

Der einst auf Sprach‑KI spezialisierte Konzern ElevenLabs hat im April sein neuestes Produkt vorgestellt: die iOS‑App ElevenMusic. Auf den ersten Blick wirkt sie wie ein weiteres Streaming‑Werkzeug, doch ihr Kern ist ein leistungsstarkes KI‑Modell, das komplette Songs aus textuellen Eingaben erzeugt. Damit positioniert sich das Unternehmen deutlich über den traditionellen Sprach‑Generatoren und möchte künftig im schnell wachsenden Markt für KI‑Musik mit Wettbewerbern wie Suno oder Udio messen.

Wie funktioniert das Erstellen von Tracks?

Benutzer können bis zu sieben Titel pro Tag mithilfe natürlicher Sprachbefehle erzeugen. Die Eingabe kann Angaben zur gewünschten Länge, zum Vorhandensein von Gesangstexten und zum stilistischen Ansatz enthalten. Die KI interpretiert diese Vorgaben und komponiert Melodien, Arrangements und, falls gewünscht, passende Lyrics. Die erzeugten Stücke lassen sich sofort anhören, speichern und sogar weiterbearbeiten.

Entdecken, Remix‑en und teilen

ElevenMusic bietet zusätzlich eine Community‑Komponente: Nutzer können von anderen erstellte Songs entdecken, sie über eigene Text‑Prompts neu mischen und das Ergebnis zählt ebenfalls zum täglichen Limit. Die Anwendung stellt Live‑Stationen, vorgefertigte Alben und tägliche Mix‑Playlists bereit, die Stimmungen wie „Focus“, „Energy“ oder „Cosmic“ bedienen. Wie bei etablierten Plattformen gibt es Top‑Charts, Trend‑Listen und einen Bereich für neue Veröffentlichungen.

Pro‑Abo für Power‑User

Für ambitionierte Musiker und Produzenten gibt es ein kostenpflichtiges Pro‑Abonnement von 9,99 $ pro Monat (oder 95,90 $ jährlich). Damit steigt das monatliche Produktionslimit auf 500 Tracks, der Speicherplatz auf über 500 GB ausgedehnt und sämtliche Stil‑ und Stimmungsvarianten werden freigeschaltet. Das Modell richtet sich klar an professionelle Anwender, die umfangreiche Bibliotheken aufbauen wollen.

Strategischer Hintergrund von ElevenLabs

Die Ankündigung folgt einer intensiven Expansionsphase des Unternehmens, das im Februar eine Series‑C‑Runde von 500 Millionen $ mit einer Bewertung von 11 Billionen $ abschloss. Bereits im vergangenen August wurde das erste KI‑Musik‑Modell vorgestellt, das nach eigenen Angaben kommerziell sicher sei. Im selben Jahr kooperierte ElevenLabs mit bekannten Produzenten, um ein Album zu veröffentlichen, das vollständig von KI‑Technologie unterstützt wurde. Darüber hinaus bietet das Unternehmen inzwischen Werkzeuge für Werbung, Voice‑Overs, Übersetzungen, Bild‑ und Videogenerierung sowie Sound‑Design.

Ausblick und Community‑Anreize

ElevenLabs plant, Autoren über das ElevenReader‑Programm Tantiemen für die Umwandlung ihrer Bücher in Audioform auszuzahlen – ein Modell, das nun auch auf Musik angewendet werden könnte. Das Unternehmen sucht aktiv nach Talenten im Consumer‑Marketing, um die Musik‑Sparte weiter auszubauen. Damit will es nicht nur Entwickler, sondern auch Kreative anziehen, die ihre Ideen in melodische Produkte verwandeln wollen.

Source: https://techcrunch.com/2026/04/02/elevenlabs-releases-a-new-ai-powered-music-generation-app/